• Verhängnisvoller Abgrund

    Verhängnisvoller Abgrund

    Verhängnisvoller Abgrund

    Jörg Reibert
    Verhängnisvoller Abgrund
    Er ist jung, gut aussehend und hat momentan eine Pechsträhne. Alexander Martin war in seiner Firma unersetzlich und wichtig. Doch nun ist er arbeitslos und dringend auf der Suche nach einem neuen Job. Warum hört er nichts zu den Bewerbungen, die er an Silke Rohrbach, die Mitarbeiterin der Personalabteilung, geschickt hat? Gerade eine Anstellung in ihrem Konzern hätte ihn besonders gereizt. Frustriert beginnt er, sie zu verfolgen und in ihr Privatleben einzudringen. Schließlich verstrickt er sich immer tiefer in die Geschichte und kommt Silke näher als geplant …
    Ein Krimi aus den Augen des Täters. Dem Leser öffnet sich ein verhängnisvoller psychopathischer Abgrund.
    Print 12,90 €
    E.Book  10,99 €

    Leseprobe

    Der folgende Abend war dämmrig genug für mein Vorhaben. Ich hatte mir ein schwarzes Hemd und eine dunkle Hose angezogen. Der Busch, an dem ich bereits gesessen hatte, würde mich verbergen. Dazu war das Gras an den Seiten hoch genug gewachsen, sodass ich mich völlig verstecken konnte. Ein bisschen kam es mir wie die Spielereien vor, die wir während der Bundeswehrzeit veranstaltet hatten. Mit Schminke im Gesicht und den Helm mit Gras und Moos getarnt waren wir durch die Wälder geschlichen, immer auf der Hut vor dem bösen Feind, der uns überfallen sollte. Dabei hatte ich feststellen können, wie gut in der Dämmerung graue Kleidung mit der Umgebung verschmilzt. Das wollte ich auch heute Nacht ausnutzen. Mein Fernglas hatte ich in die Tasche meiner Cargo-Hose geschoben. Diesmal würde ich nicht der harmlose Tourist sein, sondern auf den Schutz der Dunkelheit bauen. Für den Fall, dass jemand dumme Fragen stellte, hatte ich etwas Toilettenpapier eingesteckt und würde auf ein menschliches Bedürfnis verweisen. Das müsste sicherlich jeden von weiteren Nachforschungen abhalten.
    An meinem Zielort angekommen war alles perfekt für mich hergerichtet. Die Wohnzimmerfenster waren hell erleuchtet. Die anderen beiden Fenster lagen im Dunkeln, aber das war egal, da Silke Rohrbachs Figur sich hell und deutlich im Zimmer abzeichnete. Sie hielt ein mobiles Telefon ans Ohr und lief hin und her. Die Fenster waren zwar offen, von dem Gespräch konnte ich jedoch nichts mitbekommen, da die Entfernung zu groß war.
    Ich nahm mein Fernglas aus der Hülle und hielt es mir an die Augen. Sie war scharf zu sehen. Ich konnte ihre Gesichtszüge deutlich erkennen. Ihr schulterlanges braunes Haar trug sie diesmal offen. Eine Ähnlichkeit mit dem Klassenfoto war erkennbar.
    Da sie telefonierte, konnte ich ihr Minenspiel studieren. Manchmal lachte sie, manchmal wirkte sie nachdenklich. Dadurch, dass sie permanent hin und her lief, bekam ihr Ausdruck bisweilen etwas Gehetztes. Ich war sehr zufrieden.
    Der nächste interessante Aspekt war, dass ich Einblick in ihre Wohnung erhielt. Zwar konnte ich nur den oberen Teil des Wohnzimmers erkennen, aber immerhin. Auf der linken Seite des Zimmers stand ein Vitrinenschrank. Seinen Inhalt konnte ich nicht erkennen. Rechts stand offensichtlich eine Couch an der Wand, auf die sie sich ab und zu niederließ. Neben der Couch stand ein mannshoher Ficus. Ein paar größere Bilder hingen an der Wand, scheinbar gerahmte Kunstdrucke, die ich jedoch nicht zuordnen konnte. Alles in allem machte das Zimmer einen hellen, aufgeräumten und gemütlichen Eindruck. Die Bewohnerin passte dazu.
    Mir wurde klar, dass ich auch mit längerer Beobachtungszeit nicht viel mehr Informationen über sie gewinnen würde. Die Vorstellung, sie leichtbekleidet durch die Wohnung spazieren zu sehen fand ich zwar nicht uninteressant, das war jedoch nicht das, was ich beabsichtigte. Was ich wollte, waren mehr Informationen über sie als Person.

    Autorenvita

    Jörg Reibert wurde 1972 in Braunschweig geboren. Er studierte Maschinenbau und promovierte später im Fach Technikgeschichte. Heute arbeitet und lebt er mit seiner Familie in Bamberg. Der Roman „Verhängnisvoller Abgrund“ ist sein belletristisches Debüt.

    1. Auflage
    188 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-943018-61-5
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 18,50
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-62-2

  • Lilie der Finsternis

    Lilie der Finsternis

    Lilie der Finsternis

    Norman Dark
    Lilie der Finsternis

    Der Schriftsteller Miles Wellington zieht mit seiner Ehefrau Kate und seinen beiden Kindern in ein altes Cottage in der Grafschaft York, das er von seiner verstorbenen Tante geerbt hat. Die Erbschaft, die auf den ersten Blick ein Glücksfall zu sein scheint, stellt sich im Nachhinein als schwere Bürde heraus: In dem Haus geschehen mysteriöse Dinge, deren Ursachen weit in die Vergangenheit zurückreichen. Als dann auch noch ein Verbrechen geschieht, droht die junge Familie an den Ereignissen zu zerbrechen.

    Print:  12,90 € 
    E-Book: 9,99 € 

     

     

    Leseprobe

    Gemeinsam trugen sie den Vitrinenschrank an seinen neuen Platz und begutachteten das Ergebnis. Miles trat einige Schritte zurück, um einen besseren Eindruck zu gewinnen. Plötzlich fiel sein Blick auf die leere Wand, in der jetzt deutlich so etwas wie eine Tapetentür zu erkennen war, die bisher die Vitrine vollständig verborgen hatte. Neugierig ging Miles darauf zu und suchte vergeblich einen Riegel oder Knauf. Es gab keinen.
    „Eigenartig. Was nützt eine Tür, die hinter einem Schrank verborgen ist?“, überlegte er.
    „Dahinter befindet sich eine Putzkammer“, meinte Kate. „Aber ich glaube nicht, dass es dort auch einen Türausschnitt gibt.“
    „Das können wir leicht feststellen“, sagte Miles und lief auf den Flur. Im Nebenraum suchte er mit einer Taschenlampe die angrenzende Wand ab, konnte aber keinen noch so schmalen Spalt finden. Plötzlich ließ er den Lichtkegel an die Decke gleiten und stellte zu seiner Überraschung fest, dass diese im hinteren Teil des Raumes schräg war und rechts hinter einem Regal fast bis zum Fußboden ging.
    Zurück im Salon tastete Miles vorsichtig die Wand um den Türausschnitt herum ab und wurde dabei erwartungsvoll von Kate beobachtet. Plötzlich gab es ein Knirschen, und die Tür schob sich langsam in die rechte Wandhälfte hinein. Ein Schwall modriger Luft schlug Miles entgegen. Hinter dicken Spinnweben verborgen führte eine schmale Treppe nach oben. Kate zögerte, ob sie Miles folgen sollte, aber schließlich siegte ihre Neugier.
    Am Ende der Treppe befand sich eine dunkle Holztür, von der die Farbe abblätterte. Im unteren Drittel befand sich ein rostiger Riegel.
    „Eins ist sicher“, flüsterte Miles. „Wenn Tante Harriet von dieser Schatzkammer wusste, hat sie diese lange nicht benutzt. Bist du sicher, dass wir weitergehen wollen? Wer weiß, was dort für Ungeziefer auf uns lauert.“
    „Vielleicht sollten wir Rattengift und Insektenspray mitnehmen“, sagte Kate atemlos.
    „Ich fürchte, für die Art von Ungeheuern, die dort hausen, werden wir kein probates Mittel haben.“
    Als Miles den rostigen Riegel aufschob, versteckte sich Kate ängstlich hinter seinem Rücken. Weil sie sich an seinem Hemd festklammerte, zog er sie förmlich hinter sich her. Der Raum war nur diffus beleuchtet, weil das einzige Fenster weitgehend mit Brettern vernagelt war.
    „Siehst du, es war keine Spiegelung, die ich vor einigen Tagen vom Garten aus gesehen habe“, meinte Kate. Einen Moment lang kostete sie ihren Triumph aus, denn Miles hatte ihr nicht glauben wollen, dass eines der Dachbodenfenster vernagelt war. Außerdem hatte sie den Dachboden als etwas kürzer als die Etage darunter empfunden. Doch auch dieses Argument hatte Miles durch die Unmengen von herumstehendem Gerümpel entkräftet, denn vollgestellte Räume wirkten nun einmal kleiner.
    Die Kammer musste schon Jahrzehnte in Vergessenheit geraten sein, denn sie war in einem erbarmungswürdigen Zustand. An den Wänden lösten sich breite Partien von Tapete, und auf der Kommode lag eine zentimeterdicke Staubschicht. Die darauf abgestellten Gegenstände waren mit dicken Spinnweben umhüllt, so dass man nicht auf Anhieb erkennen konnte, worum es sich handelte.
    In einer dunklen Ecke stand ein graues Bettgestell, das einmal weiß gewesen sein musste. Sein Einlegeboden war mit aufgeschlitzten Matratzen bedeckt, die fleckig und unappetitlich wirkten.In Kate kroch das Grauen empor, als sie die Riemen an Kopf- und Fußende bemerkte. Auch die verstaubte weiße Bettpfanne unter dem Bett flößte ihr Abscheu ein. Sie schrie erschrocken auf, als Miles den Lichtkegel der Taschenlampe auf einen altertümlichen Rollstuhl richtete, der ebenfalls an den Armlehnen und am Trittbrett breite Lederriemen aufwies. Eine fleckige alte Wolldecke war achtlos auf den Stuhl geworfen worden und hatte dabei eine Form angenommen, die auf den ersten Blick wie eine etwas klein geratene Person aussah. Ein Kind?

    Autorenvita

    Norman Dark wurde als Kind einer Deutschen und eines Amerikaners in Berlin geboren. Nach der Scheidung der Eltern wuchs er bei seiner Mutter auf. In der Schule zeigte sich sein Talent zum Schreiben. Inspiration für seine kleinen Geschichten fand er u.a. in den Filmen  von Hollywoods Schwarzer Serie. Nach dem frühen Tod der Mutter begann seine Sinnsuche und das Interesse für fernöstliche Religionen. In seinen Romanen führt er seine Leserschaft an berühmte europäische und amerikanische Schauplätze. Dabei schreckt er auch vor Themen wie Seelenwanderung oder Spuk nicht zurück.

    1. Auflage
    188 Seiten
    Softcover, Glanzeinband, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-943018-08-0
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 19,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-09-7

  • Moldaumond

    Moldaumond

    Moldaumond

    Norman Dark
    Moldaumond

    In einem historischen Stadtteil von Prag hat sich in einer düsteren Villa einst eine Familientragödie abgespielt, die von der Polizei bisher für einen Unfall gehalten wurde. Als einer der beiden Söhne der Familie nach einem längeren Klinikaufenthalt im Rollstuhl zurückkehrt, spitzen sich die Ereignisse mehr und mehr zu, und es ereignen sich rätselhafte Todesfälle.
    Parallel dazu erschüttert eine Mordserie die Öffentlichkeit. Die Opfer sind ausnahmslos Männer, die ihre Bekanntschaften in Internet-Chatrooms suchten. Als sich Kommissar Ondrej Klabusnik als Lockvogel zur Verfügung stellt, gerät er dabei selbst in Lebensgefahr. Die spannende Mischung aus Krimi und Mystery-Roman entführt die Leser in ein Prag voller Geheimnisse und vermittelt dabei viel Lokalkolorit.
    Print: 11,90 € 
    E-Book:  9,99 €  

    Rezension:   lesen

    Leseprobe

    Die junge Frau war kaum als eine solche zu erkennen. Sie trug keinerlei Schminke in ihrem unauffälligen Gesicht und verbarg ihre Haare unter einer unförmigen Wollmütze, wie sie auch gerne von jungen Männern getragen wurde. Auch ihre Kleidung war geschlechtsneutral: Turnschuhe, Jeans und Windjacke. Ihr Auto hatte sie ein paar Häuser weiter geparkt und lief mit ausladenden Schritten auf den schmucklosen Häuserblock zu, ängstlich darauf bedacht, niemandem zu begegnen.
    Als sie die Haustür öffnete, lauschte sie vorsichtig, ob Schritte auf der Treppe zu hören waren oder ob sich der Fahrstuhl in Bewegung setzte. Erst als alles ruhig blieb, öffnete sie den Postkasten, der fast überquoll. Hastig sortierte sie die Werbung in den Papierkorb und nahm nur die Briefe an sich, die an sie adressiert waren.
    Einen Moment blieb sie unschlüssig stehen, entschied sich dann aber, die Treppe hinaufzulaufen, um nachzusehen, ob das Türschloss unversehrt war.
    Oben angekommen schloss sie leise auf und warf nicht etwa die Tür ins Schloss, sondern betätigte die Klinke, um die Tür geräuschlos zu schließen. Nichts hatte sich in der Wohnung verändert. Nur die Fenster waren extrem schmutzig und die Böden grau vor Staub.
    Nein, mit diesen Räumen verband sie nichts mehr. Mit den Möbeln, die ein Umzugsunternehmen in ihrer Abwesenheit entfernt hatte – eine Aktion, die kaum Beachtung gefunden hatte, da unentwegt jemand ein- oder auszog –, war die Wohnung nur noch eine leere Hülle. Die Männer hatten ganze Arbeit geleistet und ihr die Schlüssel der besenreinen Wohnung anschließend übergeben. Nun erinnerte nichts mehr an die glücklichen und später leidvollen Stunden, die sie darin verbracht hatte. Mit den persönlichen Dingen zweier Menschen war auch die besondere Atmosphäre aus den Räumen gewichen. Aber ihre Erinnerungen daran konnte ihr niemand nehmen, dachte die junge Frau nicht ohne Bitterkeit. Nicht die guten, aber leider auch nicht die schlechten.
    Genauso leise, wie sie eingetreten war, verließ sie die Wohnung, ohne sich noch einmal umzusehen. Es war, als wäre sie nie da gewesen, denn zum Glück hatte niemand ihr Kommen und Gehen bemerkt. Neugierige Blicke oder gar Fragen waren das Letzte, das sie gebrauchen konnte.
    Entschlossen ging ein Ruck durch ihren Körper, als sie sich auf den Weg zu ihrem Auto machte. Es wurde langsam Zeit, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, damit der irdischen Gerechtigkeit ein wenig auf die Sprünge geholfen wurde. Allein der Gedanke daran ließ den Blick der Frau weniger trüb werden. Ihre Augen bekamen einen fiebrigen Glanz, wie er bei Wahnsinnigen oft vorkam.

    Autorenvita

    Norman Dark wurde als Kind einer Deutschen und eines Amerikaners in Berlin geboren. Nach der Scheidung der Eltern wuchs er bei seiner Mutter auf. In der Schule zeigte sich sein Talent zum Schreiben. Inspiration für seine kleinen Geschichten fand er u.a. in den Filmen  von Hollywoods Schwarzer Serie. Nach dem frühen Tod der Mutter begann seine Sinnsuche und das Interesse für fernöstliche Religionen. In seinen Romanen führt er seine Leserschaft an berühmte europäische und amerikanische Schauplätze. Dabei schreckt er auch vor Themen wie Seelenwanderung oder Spuk nicht zurück.

    1. Auflage
    184 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-944266-04-6
    € 11,90 (D) / € 12,90 (A) / sFr 16,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-05-3

  • Phantom der Dunkelheit

    Phantom der Dunkelheit

    Phantom der Dunkelheit

    Norman Dark
    Phantom der Dunkelheit
    Follia e Fantasma
    In Florenz und Umgebung geht ein Phantom um, das seine Opfer – meistens Frauen – nach dem Muster der Sieben Todsünden aussucht. In seinem Wahn bestraft es Menschen, die in seinen Augen ihr Leben verwirkt haben. Die Sonderkommission tappt im Dunkeln …
    Zeitgleich ist in der Nähe von Mailand ein alter Palazzo Schauplatz von seltsamen Ereignissen, die weit in die Zeit seiner Erbauung zurückreichen. Die Liebe kann dort nicht gedeihen, und seine Bewohner ergreifen früher oder später die Flucht. Auch hier mordet ein Phantom, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Ein Team von „Geisterjägern“ versucht schließlich, der Ursache mit modernsten technischen Geräten auf den Grund zu gehen.
    Spuk und Wahnsinn – Follia e Fantasma – reichen sich in diesem spannenden Mystery-Krimi die Hand. Eine Erlebnisreise in die Abgründe der Psyche.
    Print: 11,90 €  
    E-Book:  9,99 €  

     

    Rezension: In diesem Buch verbinden sich zwei komplett unterschiedliche Geschichten miteinander, bzw. laufen parallel zueinander ab. Jede Geschichte hat eine ganz andere Handlung mit unterschiedlichsten Charakteren. Ich habe kein Problem damit, ….

    Leseprobe

    Fasziniert blieb Antonio vor dem Haus stehen, dessen Aussehen sich nach einer Renovierung etwas verändert hatte. Franca befürchtete schon, dass Antonio das Mordopfer plastisch vor sich sah.
    »Komm, Tante Rosanna erwartet uns schon«, sagte sie ungeduldig.
    »Irgendwie sieht es hier anders aus als im Film.«
    »Ja, was erwartest du denn? Es ist schon beinahe dreißig Jahre her. Damals waren deine Tante und ich noch Kinder. Außerdem wird Herr Risi kaum hier vor Ort gedreht haben. Solche Aufnahmen entstehen meistens im Studio, mit nachgebauten Kulissen. Er hat nur die Straßennamen benutzt.«
    »Und wenn sie doch hier waren?«, ließ Antonio nicht locker.
    »Unsinn. Du erinnerst dich doch an die kleine Gartenpforte am Ende der Straße? Schau, hier gibt es so etwas weit und breit nicht. Man hat sie dazu erfunden, weil sie in der Handlung vorkam.«
    »Glaubst du, dass Tante Rosanna mir ihre Digitalkamera leiht? Ich würde gerne ein paar Fotos machen und sie anschließend mit dem Film vergleichen. Ihr habt ihn doch aufgezeichnet, nicht?«
    »Ja, als wir hörten, dass es um Pavia geht, schon, aber dein Vater hat ihn bestimmt wieder gelöscht.«
    »Vielleicht ja nicht. Außerdem kriegt man ihn bestimmt in einer Videothek.«
    »Ich erlaube nicht, dass du ihn dir noch einmal anschaust. Immerhin ist er für Jugendliche unter sechzehn Jahren ungeeignet.«
    »Mamma, ich werde bald fünfzehn. Glaubst du, das eine Jahr macht noch was aus?«
    »Trotzdem, ich möchte es nicht. Er beflügelt nur wieder deine Fantasie und lässt dich nicht zur Ruhe kommen. Also Schluss jetzt.«

    Antonio trottete betreten hinter seiner Mutter her. Wenig später begegnete ihnen ein Paar, das untergehakt an ihnen vorbei spazierte. Es handelte sich um eine in die Jahre gekommene Frau, die für ihr Alter etwas zu stark geschminkt war, und einen wesentlich jüngeren Mann, der mit seinem feinen Sonntagsanzug fast wie ein Pennäler wirkte. Es hätten durchaus auch Mutter und Sohn sein können, aber ihre Blicke und die Art, wie sie sich aneinander schmiegten, ließen etwas anderes vermuten. Franca hatte sie nur flüchtig wahrgenommen, da sie in Gedanken schon bei ihrer Schwester war. Antonio hingegen wirkte plötzlich stocksteif und merkwürdig abwesend.

    »Was ist denn mit dir?«, fragte Franca besorgt. »Hat dich etwas erschreckt?«

    »Er wird ihr wehtun. In seinen Gedanken fragt er sich gerade, wie er sie am besten umbringen kann, ohne dabei entdeckt zu werden.« Antonios Stimme war trocken und tonlos. Sie wirkte wie die eines alten Mannes.

    Nach einer Schrecksekunde wurde Franca ärgerlich. »Geht das schon wieder los? Vor kaum zwei Stunden habe ich dich gebeten, heute mit den Geschichten aufzuhören. Wären wir doch bloß nicht an dem Haus vorbeigegangen. Ich hätte es wissen müssen.«

    »Er wird sie töten. Du wirst es sehen.«
    »Ich will nichts mehr davon hören, verstehst du? Und untersteh’ dich, deiner Tante etwas von der Begegnung zu erzählen. Die hat im Moment ganz andere Sorgen, als sich Gedanken um aufgetakelte Frauen zu machen, die sich mit Männern einlassen, die ihre Söhne sein könnten.«
    »Wenn es aber doch wahr ist …«
    »Noch ein Wort und wir fahren auf der Stelle nach Hause, basta!«
    »Ich sag’ ja schon nichts mehr.«

    Autorenvita

    Norman Dark wurde als Kind einer Deutschen und eines Amerikaners in Berlin geboren. Nach der Scheidung der Eltern wuchs er bei seiner Mutter auf. In der Schule zeigte sich sein Talent zum Schreiben. Inspiration für seine kleinen Geschichten fand er u.a. in den Filmen  von Hollywoods Schwarzer Serie. Nach dem frühen Tod der Mutter begannen seine Sinnsuche und das Interesse für fernöstliche Religionen. In seinen Romanen führt er seine Leserschaft an berühmte europäische und amerikanische Schauplätze. Dabei schreckt er auch vor Themen wie Seelenwanderung oder Spuk nicht zurück.

    240 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-944266-19-0
    € 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 22,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-20-6