• Lui – gemeinsam gegen die Ratten

    Cover Lui vorne - kleinFunda Agirbas
    Lui – gemeinsam gegen die Ratten

    In Berlin sind die Ratten dabei, die Herrschaft zu übernehmen – nicht die Diebe und Trickbetrüger, wie sie in Friedrichshain unterwegs sind, sondern die Mafia aus Kreuzberg, deren Anführer Odium in seiner Selbstherrlichkeit und Machtgier keine Grenzen der Brutalität kennt.
    Um sich zu wehren, haben die anderen Tiere die ARM, die Anti-Ratten-Mafia, gegründet. Ihre Anführerin ist die wunderschöne Katze Safiye, die es vermag, den Kampf mit Klugheit und Geschick zu führen und dabei ihren Grundwerten von Freiheit und Gleichheit treu zu bleiben. Als sie sich ausgerechnet in Lui, den einzelgängerischen Fuchs aus dem Treptower Park, verliebt, werden die anderen Tiere misstrauisch. Die Lage spitzt sich zu, als Safiye entführt wird …
    Zwischen Müllcontainern in den Hinterhöfen und geheimen Orten auf den Friedhöfen, zwischen Dönerresten auf dem Mehringdamm, den Düften aus einem indischen Restaurant beim Südstern und dem Morgengrauen über dem Engelbecken entfaltet sich eine packende Handlung mit starken Charakteren für Jugendliche ab 12 Jahren.

    Print: 14,90 €
    E-Book: 9,99 €

    Leseprobe:
    „Dürfen wir den Herrn einen Moment stören? Denn der Herr frisst sich durch unsere Vorratskammer!“
    „Und wir haben ihn nicht eingeladen, oder?“, ergänzte eine zweite, etwas tiefere Stimme. „Wir haben ihm nicht angeboten, sich aus unserem Topf zu bedienen.“
    Beide krächzten ein widerliches Lachen. Lui machte mit einem gekonnten Sprung eine scharfe Drehung und stand nun als eindrucksvolle Erscheinung vor den beiden Ratten. Einen kurzen Moment schoss ihm durch den Kopf, dass die zwei für ihre Gattung verflucht groß und schwer waren. Zumindest hatte er das Gefühl, dass die Ratten in Kreuzberg langsam, aber sicher zu Riesen-Nagetieren mutierten. Er sah sie mit sicherem Blick an. Die zwei waren ebenfalls sichtlich beeindruckt von Luis Größe, denn auch er war für seine Art sehr ansehnlich gewachsen.
    Lange hielt dieser Zustand aber nicht an. Ihre Dreistigkeit überwog prompt. Die Größere der beiden schritt langsam auf Lui zu. Ihre ohnehin schon winzigen Augen verzogen sich zu schmalen Schlitzen, als sie zischte: „Das ist unsere Futterstelle. Das war sie schon immer, Fuchs.“ Die zweite Ratte zog nach.
    Lui verunsicherte die Arroganz der beiden, denn auch wenn sie zu zweit waren und für ihre Art recht groß, hätten sie im Falle eines Kampfes keine Chance gegen ihn. Er lächelte überlegen. „Ach, so ist das“, entgegnete er herausfordernd.
    „Ja, das meinen wir“, konterte die Große.
    Wieder kamen die beiden näher, und nun fletschte Lui die Zähne. Die Ratten blieben daraufhin zwar stehen, doch ihre Angriffslust lag eindeutig noch zwischen ihnen.
    „Wir sagen es dir nicht ein zweites Mal. Das ist unsere Futterstelle!“, warnte die Kleinere.
    „Ach, und was genau habt ihr zwei Mäuschen vor, um mich aufzuhalten?“ Lui entspannte seine Haltung, um seine absolute Überlegenheit zu demonstrieren, während den Ratten der Zorn ins Gesicht geschrieben stand.
    Als plötzlich die Neonröhre mahnend aufzischte und für einige Sekunden erlosch, konnte Lui das schnelle Trippeln der Rattenfüße vernehmen. Sofort nahm er seine Kampfstellung ein. Sein Gebiss blitzte drohend auf, und mit angelegten Ohren und angespanntem Körper war er bereit, sie anzufallen.
    Die Beleuchtung setzte mit einem Dauerflimmern wieder ein. Lui versuchte eiligst, seine Augen an das Flackern anzupassen, doch es fiel ihm schwer. Einzelne Bilder wirkten in Sekundenschnelle auf seine Wahrnehmung ein, bis ihm schmerzlich bewusst wurde, dass der ganze Hof von kolossalen Ratten übersät war – eine größer als die andere. Sie hatten ihre Aufmerksamkeit uneingeschränkt auf ihn gerichtet. Ihre Pfoten bohrten sich in den Asphalt, die Leiber bogen sich in eine bedrohliche Sprungposition, und ihre Nagezähne leuchteten ihm gefährlich entgegen. Jeden Moment würden sie angreifen. Ihm blieb keine andere Wahl, als so schnell wie möglich zu verschwinden.
    Lui erfasste den Raum. Er war eingekesselt, und die Hintertür des Gebäudes war von einem der Müllcontainer versperrt. Jetzt musste er schnell handeln, das Herz schlug ihm heftig gegen die Brust, und sein scharfer Verstand arbeitete auf Hochtouren. Ein paar Ratten waren für ihn kein Thema. Gerade fixierten ihn aber mindestens fünfzig ihrer Art. Plötzlich entdeckte er ein offenes Fenster. Mit einem gekonnten Satz schwang er sich auf den Container und sprang direkt durch die Öffnung ins Innere des Hauses.

    Autorenvita

    Funda Agirbas, 1976 in Mannheim geboren, arbeitet und lebt seit acht Jahren mit ihrer Familie in Berlin. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre zog es sie in die Hauptstadt, wo sie eines Abends bei einem Spaziergang einem Fuchs begegnete und sich entschloss, über das Leben der Tiere in Berlin zu erzählen.

    1. Auflage
    ca. 240 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    WG Kinder und Jugend
    Print:
    ISBN 978-3-943018-85-1
    € 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 22,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-86-8

     

  • Männerfang und Katzenjammer

    Männerfang und KatzenjammerAndreas Seiller
    Männerfang und Katzenjammer
    Nach dem plötzlichen Tod ihres Goldfischs Frau Maier erkennt Eva Tunke, dass sie ziemlich einsam ist. Sie beschließt, sich mit allerlei guten und weniger guten Ideen ihren Traummann zu angeln. Unterstützt von ihrem verfressenen Kater Herrn Schmitt, ihrer ständig nörgelnden Mutter und sogar mit der Hilfe vom lieben Gott begibt sie sich auf Männerfang, lässt dabei allerdings kein Fettnäpfchen aus. Nach einigen Reinfällen lernt sie irgendwann Adam Apfel kennen …
    Kater Schmitt weiß nicht mehr ein noch aus. Ständig muss er die Launen seines Frauchens Eva ertragen und sie sogar in den Urlaub auf einen Bauernhof begleiten. Dort verliebt er sich unsterblich in Kleopatra, die schönste und begehrteste Katze auf dem Hof. Doch er hat einen furchtbaren Widersacher: den grauen Kater und sein brutales Gefolge. Ein hartes Training steht Kater Schmitt bevor, doch für die Dame seines Herzens ist ihm keine Anstrengung zu viel.
    Print: 13,90 € 
    E-Book: 9.99 €  

    Leseprobe

    Ist Eva schon da?“

    Bernd Melzer, der Geschäftsführer der Gebäudereinigungsfirma „Sauber bis in die Ecken“ sah sich prüfend, fast sogar schon ein wenig ängstlich in seinen Geschäftsräumen um.

    „Nein, noch nicht, Herr Melzer. Erwarten Sie etwa schon die nächste Katastrophe?“ Die junge Blondine hinter dem PC lächelte ihn vielsagend an.
    „Ja, nein … Ach, das ist nicht so einfach mit Eva. Außerdem ist sie ja auch noch meine Cousine, und wer würde einen solchen …, na ja, eine solche Frau schon einstellen?“
    In diesem Moment klingelte das Telefon.
    „Sauber bis in die Ecken. Sie sprechen mit Melanie Schneider.“
    Melzer hörte das laute Geschrei, das aus dem Hörer erklang, obwohl er zwei Meter davon entfernt stand. Erschrocken hielt sich Frau Schneider die Hörmuschel von ihrem Ohr weg.
    „Weißer Markenteppich … Rotkrautflecken … Eva Tunke …“
    Melzer hielt sich die Hand vor die Augen. Das klang nach heftigem Ärger.
    Die junge Sekretärin zuckte leicht mit der Schulter und hob ihrem Chef den Hörer hin. Dieser atmete noch einmal tief durch, dann nahm er ihn entgegen. „Melzer am Apparat. Ich bin der Geschäftsführer. Wie ich höre, gab es ein kleines Problem?“
    Eine Frauenstimme, die die Kraft eines Orkans hatte, schlug ihm entgegen und ließ ihn erschrocken zusammenfahren. „Diese grässliche Person hat meinen neuen weißen Markenteppich völlig ruiniert. Sie werden mir für diesen Schaden aufkommen!“
    „Aber beruhigen Sie dich doch bitte, Frau Petzold. Was genau ist denn geschehen?“ Melzer setzte sich. Seine Beine zitterten. Was hatte Eva den nun schon wieder angestellt? Diese Frau war ein lebendes Desaster!
    „Ihre Mitarbeiterin hat Rotkraut auf meinen Teppich fallen lassen und …“
    „Rotkraut?“ Melzer glaubte, falsch gehört zu haben. „Haben Sie eben Rotkraut gesagt, Frau Petzold?“
    „Ja, diese Person hatte Rotkraut auf ihrem Frühstücksbrötchen, und beim Essen ist ihr davon etwas auf meinen Teppich gefallen!“
    Melzer sackte auf seinem Stuhl zusammen. Wer belegte sich schon ein Brötchen mit Rotkraut und aß dieses dann, während er auf einem weißen Teppich stand? Das konnte nur Eva gewesen sein. Kein normaler Mensch …
    „Wir werden natürlich für den entstandenen Schaden aufkommen, Frau Petzold. Ich schaue mir das morgen gleich mal an. Machen Sie sich bitte keine Sorgen, ich kümmere mich persönlich darum!“
    Er beendete das Gespräch, und seine Miene verfinsterte sich. „Bald gibt es keine Versicherung mehr, die mit unserer Firma zusammenarbeiten will. Ich bezahle jetzt schon horrende Beiträge. Es muss etwas passieren – und zwar schleunigst!“

    Noch am selben Abend wartete Melzer auf das Erscheinen seiner Mitarbeiterin. „Eva, ich habe ein Hühnchen mit dir zu rupfen!“, sagte er mit strengem Blick und bat sie in sein Büro.

    „Was ist denn passiert, Berndchen? Du bist ja ganz bleich im Gesicht.“

    „Nenne mich doch nicht immer Berndchen! Das habe ich schon gehasst, als wir im Kindergarten zusammen gespielt haben. Ich bin ein erwachsener Mann und heiße Bernd!“

    Eva lächelte. Sie würde ihn weiterhin Berndchen nennen, auch wenn es ihm nicht gefiel.

    Melzer setzte sich auf seinen Stuhl und sah sie an. Eva war eine kleine, zierliche Frau mit einer sportlichen Figur. Sie hatte eine kleine Stupsnase, die ihr ein jugendliches Aussehen verlieh. Ihre braunen Haare fielen ihr lockig über die Schultern. Die eisgrauen Augen bildeten dazu einen wundervollen Kontrast. Er hatte bei keiner anderen Frau jemals solche Augen gesehen.

    Seine Cousine war im Grunde eine Schönheit, und es wunderte jeden, dass sie bisher noch keinen Mann abbekommen hatte und nun mit einundvierzig Jahren noch immer alleinstehend war. Vielleicht war das aber auch gut so, zumindest für den betreffenden Mann. Wahrscheinlich würde sie ihn sowieso mit ihrer fatalen Ungeschicktheit umbringen, aus Versehen vergiften, ihm ein Elektrogerät in die Badewanne fallen lassen oder ihn beim Wegräumen des Bestecks unabsichtlich erstechen.

    Melzer schüttelte es bei diesem Gedanken, und er sah sie streng an. „Frau Petzold hat heute angerufen. Kannst du dir denken, weshalb?“

    Eva tat so, als müsste sie überlegen. „Hat sie gepetzt wegen dem klitzekleinen Fleck auf dem alten Teppichboden?“

    Autorenvita

    Andreas Seiller wurde 1967 in Esthal, einem kleinen Walddorf in der Pfalz, geboren. Sein erstes Bilderbuch veröffentlichte er im Jahr 2004. Von 2005 bis 2007 arbeitete er als nebenberuflicher Lektor für die Weltbild Autorenschule. In den letzten Jahren erschienen von ihm drei Kinderbücher, außerdem wurden zahlreiche Geschichten in Anthologien veröffentlicht. Inspiriert wird er bei vielen Kindertexten von seinen beiden Kindern Kim-Michelle und Robin. Er lebt heute in Kirrweiler in der Pfalz und ist hauptberuflich Vertriebsmitarbeiter im medizinischen Softwarebereich. „Männerfang und Katzenjammer“ ist sein erster Roman im hnb-verlag.

    1. Auflage
    Ca. 220 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-944266-21-3
    € 13,90 (D) / € 14,90 (A) / sFr 20,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-22-0