• See you in the Shadow

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    Ellen Sharedon
    See you in the Shadow
    Zwischen Schatten und Zwielicht

    Auf der Jagd nach der Mörderin seiner geliebten Frau trifft der gut aussehende Vampir Colin Winslow in Köln auf die Studentin Amanda, die zwischen die Fronten des Konfliktes gerät und dabei schwer verletzt wird. Zwischen Amanda und Colin entbrennt eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die Colin und seinen Weggefährten Finnian zu erbitterten Feinden macht. Ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt.

    14,90 € 

     

     

    Leseprobe

    Ich dachte an Mary. Wenigstens hatte ich endlich ihren Tod gerächt. Mir kamen Alexas Worte in den Sinn. Mary hatte um mein Leben gebettelt. Um meines! Der Gedanke daran quälte mich unendlich. Vielleicht wäre es besser gewesen, Alexa hätte mich getötet. Ich blickte an mir hinab. Mein Arm begann bereits zu heilen.

    Ein Stöhnen drang an meine Ohren und riss mich aus den Erinnerungen. Alexas Opfer versuchte aufzustehen, doch es misslang. Kriechend versuchte sich die junge Frau in Sicherheit zu bringen.

    „Was für ein bewundernswerter Überlebenswille“, sagte ich laut und sah mich um. Viel zu lange hatte ich mich schon an diesem Ort aufgehalten, war das Risiko eingegangen, gesehen zu werden. Aber bevor ich wegging, wollte ich Marys Double aus der Nähe sehen. Also ging ich in die Knie und hob sie ein Stück hoch. Sie mobilisierte ihre letzten Kräfte, um sich gegen mich zur Wehr zu setzen, und schlug mir ins Gesicht. Ich nahm den Schlag amüsiert, aber mit Achtung wahr. Welch ein Kampfgeist. Ich strich eine ihrer Haarsträhnen beiseite, und mein Blick blieb wie gebannt auf ihrer pulsierenden Halsschlagader haften. Obwohl ich ihre Gegenwehr kaum spürte, wusste ich, dass sie kämpfte.

    „Lass mich los, oder ich töte dich!“, drohte sie mir mit kaum hörbarer Stimme.

    Ich schmunzelte und streifte ihr die übrigen blutverschmierten Haare aus der Stirn. Es traf mich wie ein Blitzschlag, und ich rang nach Atem. Sie sah Mary zum Verwechseln ähnlich. Beinahe hätte ich sie an mich gedrückt und sie geküsst. Ich hatte sie wieder!

    Doch schon kam die Ernüchterung. Mary war tot. Nichts würde sie mir zurückbringen. Diese Frau sah nur so aus wie Mary, aber sie war es nicht. Ihre blauen Augen sahen mich wütend an, nicht flehend, wie es bei meinen anderen Opfern der Fall gewesen war. Sie bettelte nicht um ihr Leben, sie verteidigte es – bis zum letzten Atemzug. Ihr Blick fesselte mich.

    Erinnerungen kamen in mir hoch. Schmerzhafte, aber auch solche, die ich sehnlichst vermisste. Marys Lächeln, ihre Umarmung, ihre Zärtlichkeit und vor allem ihre bedingungslose Liebe. Das hatte Alexa gemeint. Ein Gefühl, ohne das es sich nicht weiterzuleben lohnte.

    Sie ist es nicht, versuchte ich mir immer wieder klarzumachen. Meine Augen wanderten zu ihrer Halsschlagader, doch ich verspürte kein Verlangen nach ihrem Blut. Wieso nicht? Lag es an dieser verblüffenden Ähnlichkeit, oder war es Alexas Gift, das ich in ihr wahrnahm? Nachdenklich sah ich sie eine Weile an, als hätte ich die Welt um mich herum vergessen. Ich fühlte ihr Herz schlagen. Es schlug schwach. Durch den Biss hatte sie viel Blut verloren. Was sollte ich bloß tun? Sachte legte ich sie zurück auf den Gehsteig. Der Blick ihrer Augen brannte sich in mein Gehirn, und ich verharrte wie gebannt über ihr, unschlüssig. Verdammt noch mal, das gibt es doch nicht, ich kann sie nicht beißen und sie auch nicht da liegen lassen. Was ist denn nur los mit mir? Ich sah sie an und lächelte. Wann hatte ich je einmal nach Marys Tod gelächelt?
    Diese junge Frau kämpfte um ihr Leben. Sie war zwar nicht Mary, aber sie verdiente eine Chance.

    Autorenvita

    Ellen Sharedon, geboren 1965, verheiratet, zwei Kinder, hat bereits viele Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Sie liebt ihre Heimatstadt Köln, liest und schreibt gerne. Derzeit arbeitet sie an einem Psycho-Thriller.

    1. Auflage
    ca. 236 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-943018-92-9
    € 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 22,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-93-6
    Erscheinungstermin: 28.04.2015

     

     

  • Lui – gemeinsam gegen die Ratten

    Cover Lui vorne - kleinFunda Agirbas
    Lui – gemeinsam gegen die Ratten

    In Berlin sind die Ratten dabei, die Herrschaft zu übernehmen – nicht die Diebe und Trickbetrüger, wie sie in Friedrichshain unterwegs sind, sondern die Mafia aus Kreuzberg, deren Anführer Odium in seiner Selbstherrlichkeit und Machtgier keine Grenzen der Brutalität kennt.
    Um sich zu wehren, haben die anderen Tiere die ARM, die Anti-Ratten-Mafia, gegründet. Ihre Anführerin ist die wunderschöne Katze Safiye, die es vermag, den Kampf mit Klugheit und Geschick zu führen und dabei ihren Grundwerten von Freiheit und Gleichheit treu zu bleiben. Als sie sich ausgerechnet in Lui, den einzelgängerischen Fuchs aus dem Treptower Park, verliebt, werden die anderen Tiere misstrauisch. Die Lage spitzt sich zu, als Safiye entführt wird …
    Zwischen Müllcontainern in den Hinterhöfen und geheimen Orten auf den Friedhöfen, zwischen Dönerresten auf dem Mehringdamm, den Düften aus einem indischen Restaurant beim Südstern und dem Morgengrauen über dem Engelbecken entfaltet sich eine packende Handlung mit starken Charakteren für Jugendliche ab 12 Jahren.

    Print: 14,90 €
    E-Book: 9,99 €

    Leseprobe:
    „Dürfen wir den Herrn einen Moment stören? Denn der Herr frisst sich durch unsere Vorratskammer!“
    „Und wir haben ihn nicht eingeladen, oder?“, ergänzte eine zweite, etwas tiefere Stimme. „Wir haben ihm nicht angeboten, sich aus unserem Topf zu bedienen.“
    Beide krächzten ein widerliches Lachen. Lui machte mit einem gekonnten Sprung eine scharfe Drehung und stand nun als eindrucksvolle Erscheinung vor den beiden Ratten. Einen kurzen Moment schoss ihm durch den Kopf, dass die zwei für ihre Gattung verflucht groß und schwer waren. Zumindest hatte er das Gefühl, dass die Ratten in Kreuzberg langsam, aber sicher zu Riesen-Nagetieren mutierten. Er sah sie mit sicherem Blick an. Die zwei waren ebenfalls sichtlich beeindruckt von Luis Größe, denn auch er war für seine Art sehr ansehnlich gewachsen.
    Lange hielt dieser Zustand aber nicht an. Ihre Dreistigkeit überwog prompt. Die Größere der beiden schritt langsam auf Lui zu. Ihre ohnehin schon winzigen Augen verzogen sich zu schmalen Schlitzen, als sie zischte: „Das ist unsere Futterstelle. Das war sie schon immer, Fuchs.“ Die zweite Ratte zog nach.
    Lui verunsicherte die Arroganz der beiden, denn auch wenn sie zu zweit waren und für ihre Art recht groß, hätten sie im Falle eines Kampfes keine Chance gegen ihn. Er lächelte überlegen. „Ach, so ist das“, entgegnete er herausfordernd.
    „Ja, das meinen wir“, konterte die Große.
    Wieder kamen die beiden näher, und nun fletschte Lui die Zähne. Die Ratten blieben daraufhin zwar stehen, doch ihre Angriffslust lag eindeutig noch zwischen ihnen.
    „Wir sagen es dir nicht ein zweites Mal. Das ist unsere Futterstelle!“, warnte die Kleinere.
    „Ach, und was genau habt ihr zwei Mäuschen vor, um mich aufzuhalten?“ Lui entspannte seine Haltung, um seine absolute Überlegenheit zu demonstrieren, während den Ratten der Zorn ins Gesicht geschrieben stand.
    Als plötzlich die Neonröhre mahnend aufzischte und für einige Sekunden erlosch, konnte Lui das schnelle Trippeln der Rattenfüße vernehmen. Sofort nahm er seine Kampfstellung ein. Sein Gebiss blitzte drohend auf, und mit angelegten Ohren und angespanntem Körper war er bereit, sie anzufallen.
    Die Beleuchtung setzte mit einem Dauerflimmern wieder ein. Lui versuchte eiligst, seine Augen an das Flackern anzupassen, doch es fiel ihm schwer. Einzelne Bilder wirkten in Sekundenschnelle auf seine Wahrnehmung ein, bis ihm schmerzlich bewusst wurde, dass der ganze Hof von kolossalen Ratten übersät war – eine größer als die andere. Sie hatten ihre Aufmerksamkeit uneingeschränkt auf ihn gerichtet. Ihre Pfoten bohrten sich in den Asphalt, die Leiber bogen sich in eine bedrohliche Sprungposition, und ihre Nagezähne leuchteten ihm gefährlich entgegen. Jeden Moment würden sie angreifen. Ihm blieb keine andere Wahl, als so schnell wie möglich zu verschwinden.
    Lui erfasste den Raum. Er war eingekesselt, und die Hintertür des Gebäudes war von einem der Müllcontainer versperrt. Jetzt musste er schnell handeln, das Herz schlug ihm heftig gegen die Brust, und sein scharfer Verstand arbeitete auf Hochtouren. Ein paar Ratten waren für ihn kein Thema. Gerade fixierten ihn aber mindestens fünfzig ihrer Art. Plötzlich entdeckte er ein offenes Fenster. Mit einem gekonnten Satz schwang er sich auf den Container und sprang direkt durch die Öffnung ins Innere des Hauses.

    Autorenvita

    Funda Agirbas, 1976 in Mannheim geboren, arbeitet und lebt seit acht Jahren mit ihrer Familie in Berlin. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre zog es sie in die Hauptstadt, wo sie eines Abends bei einem Spaziergang einem Fuchs begegnete und sich entschloss, über das Leben der Tiere in Berlin zu erzählen.

    1. Auflage
    ca. 240 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    WG Kinder und Jugend
    Print:
    ISBN 978-3-943018-85-1
    € 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 22,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-86-8