• Die Verlockung des schwarzen Kristalls

    Cover Die Verlockung des schwarzen Kristalls vorne - kleinJanina Breidt
    Die Verlockung des schwarzen Kristalls

    Gareth und Dinivan, zwei Freunde aus dem kleinen Dorf Darmalon, ahnen nicht, dass um sie herum nichts so ist, wie es scheint. Die beiden attraktiven Draufgänger lassen kein hübsches Mädchen an sich vorbeiziehen, bis Gareth nach Jahren seiner wahren Liebe Arieen über den Weg läuft und daran zu zerbrechen droht, denn Arieen ist die Einzige, die seinem Charme widerstehen kann.
    Doch eine gefährliche Mission führt Gareth und Arieen wieder zusammen. Auf der Suche nach dem schwarzen Kristall versucht Gareth zunächst, seine Gefühle für Arieen zu ignorieren. Dabei ahnt er nichts von den Intrigen gegen ihn, Arieen und den Rest seiner Truppenmitglieder.
    Welches Geheimnis verschweigt Arkon, der oberste Magier von Darmalon, und was hat es mit der Schwesternschaft des Lichts auf sich? Warum verwandelt Gareth sich, je näher sie dem Kristall kommen? Und vor allem wer ist es, der gegen alle eine Intrige zu spinnen versucht?

    Print: 12,90€  Termin ca. Herbst 2015
    E-Book: 9,99 €  Termin ca. Herbst 2015

    Leseprobe:
    Als er am nächsten Morgen wach wurde und verschlafen unter seiner Bettdecke hervorkroch, konnte er zuerst gar nicht glauben, was oder wer da vor ihm stand. Bis …
    „Hallo Gareth“, flüsterte eine liebliche Stimme ihm zu. Es klang für ihn wie seine Lieblingsmelodie. Im ersten Augenblick konnte er überhaupt nichts antworten, zu sehr war er von ihrer Schönheit und Anmut gefesselt. Konnte es wirklich sein, dass sie hier vor seinem Bett stand und in aller Ruhe mit ihm sprach, obwohl er sie gestern Morgen so verletzt hatte?
    Sie setzte sich neben ihn auf das Bett. „Gareth, ich kann dich nicht so unwissend ziehen lassen. Ich bin noch einmal zu dir gekommen, um mit dir zu reden.“
    Er begann, etwas zu erwidern, doch sie hielt ihm den Mund zu. Als ihre Hände seinen Mund berührten, erfüllte ihn ein Gefühl, nach dem er sich so sehr gesehnt hatte. Wie warm und weich ihre Hände doch waren und welch lieblichen Duft sie verströmten.
    „Arieen, ich möchte dir gerne so viel sagen“, begann er, doch Arieen hatte sich inzwischen wieder von der Bettkante erhoben und sich ein Stück weit von ihm entfernt.
    „Gareth, wenn ihr zu dieser Expedition aufbrecht, seid ihr in großer Gefahr.“ Sie sah sich etwas ängstlich im Zimmer um, um mögliche unfreiwillige Zuhörer gleich zu entdecken.
    „Wie meinst du das, wir sind in Gefahr? In welcher Hinsicht?“ Leise erhob er sich, um Dinivan nicht aufzuwecken. Mit seinem nackten Oberkörper baute er sich absichtlich ein wenig provozierend vor Arieen auf, und er spürte, wie er sie für einen kurzen Augenblick aus der Fassung brachte. Ihre Verlegenheit und die Röte auf ihren Wangen konnte sie nur schlecht verstecken.
    Schüchtern sah Arieen zu Boden und musste sich eingestehen, dass sie ihren Blick nicht von ihm lassen konnte. Noch einmal drehte sie sich verstohlen nach Gareths sehr ansprechendem Körper um und wurde dabei sofort von ihm erwischt. Was für sie selbst äußerst peinlich war, quittierte er mit einem amüsierten Lächeln. Er genoss es sichtlich und kam noch ein wenig weiter auf sie zu. Stück für Stück wich sie zurück, bis sie an der Wand angelangt war und ihm nicht mehr ausweichen konnte.
    Immer noch stand Gareth ihr so provozierend gegenüber, und so musste sie erst kurz überlegen, was sie ihm weiter erzählen wollte.
    „Du wolltest mir sagen, warum wir in Gefahr sind“, half er ihr auf die Sprünge.
    „Richtig“, stammelte sie und sah ihm plötzlich eindringlich in die Augen. „Wenn ihr euch auf den Weg macht, seid ihr alle in großer Gefahr. Denn der Kristall ist gefährlicher, als wir es alle für möglich halten. Ich kann nicht genauer darauf eingehen, denn ich habe nur wenig Zeit.“ Hastig holte sie etwas aus ihrem Beutel, den sie um den Hals trug. „Hier, ich möchte, dass du diesen Stein immer bei dir trägst. Und ich hoffe, dass er dich vor der Macht des Kristalls beschützt. Es ist ein Mondkristall, der die böse Aura einfängt, bevor sie Besitz von dir ergreift.“ Sie hielt den kleinen Kristall, der an einem ledernen Band hing, fest in der Hand.
    „Und warum soll gerade ich ihn tragen?“
    „Damit er dich beschützt.“
    „Mich? Und wer will, dass mir nichts passiert?“
    Nach langem Schweigen hörte Gareth endlich die Worte, die er Arieen hatte entlocken wollen.

    Autorenvita

    Janina Breidt, geboren 1982, wuchs im schönen Saarland auf. Dort lebt sie heute noch mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Ihre ersten Geschichten schrieb sie mit zwölf Jahren, es folgten zahlreiche Gedichte. Später musste sie jeden Abend ihren Kindern selbst erfundene Geschichten erzählen. Dies bewog sie letztendlich dazu, die Ideen in ihrem Kopf endlich niederzuschreiben, um so ihre Fantasie mit anderen teilen zu können.

    Voraussichtlicher Termin -Herbst 2015

    1. Auflage
      ca. 150 Seiten
      Softcover, Klebebindung
      Print:
      ISBN 978-3-943018-79-0
      € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 18,50
      E-Book (EPUB):
      ISBN 978-3-943018-80-6

     

  • Milly Perle und das Geheimnis…

     

    Milly Perle und das Geheimnis der griechischen Halbinsel

    Milly Perle

    Sina Noschke/Britta Reinhard
    Milly Perle und das Geheimnis der griechischen Halbinsel

    Endlich ist es wieder so weit, und Milly Perle fährt mit ihrer Familie in den Urlaub. In diesem Jahr geht es nach Griechenland auf die Halbinsel Chalkidiki.
    Als Milly am Strand sitzt und auf das Meer hinausschaut, erblickt sie einen Sandstrahl am Horizont. Er kommt direkt auf sie zu und umkreist sie einige Male. Dann hebt er Milly sanft hoch in die Luft und bringt sie auf die Sandburginsel Amos. Dort lernt sie die Sandburgfee Penelope kennen und begibt sich mit ihr auf eine spannende Abenteuerreise. Können die beiden die vielen Herausforderungen, die sich ihnen stellen, meistern?
    Dieses Buch enthält neben den spannenden Abenteuern von Milly und Penelope eine Reihe von Mitmach-Aufgaben, Rätseln und Spielen, die den kleinen Leserinnen das Land und die Menschen der griechischen Halbinsel Chalkidiki näherbringen. Für Mädchen ab 8 Jahren.
    Print 14,90€ 
    E-Book:  9,99 €

    Leseprobe

    Nach dem Mittagessen gehen sie auf ihr Zimmer und packen ihre Badesachen. Milly stopft schnell Handtücher, Schnorchel, Sonnencreme, ein Buch, die Sonnenbrille und Badelatschen in ihre Strandtasche. Am Strand angekommen suchen sie sich einen Platz ganz nah am Wasser. Papa stellt die Sonnenschirme auf, damit keiner einen Sonnenbrand bekommt. Mama reibt alle mit Sonnencreme ein.
    „Darf ich schwimmen gehen?“, fragt Sven.
    Mama entgegnet: „Warte, ich komme mit.
    „Ich kann das auch alleine, weil ich gut schwimmen kann.“
    „Nein, Sven. Nicht ohne Mama oder Papa.“ Papa spricht sehr ernst. Da wagt Sven keine Widerrede.
    Milly möchte noch nicht ins Wasser. Sie setzt sich am Strand in den Sand und schaut auf das Meer hinaus. Links von ihr tobt eine Gruppe von Jungen im Wasser. Sie schreien wild herum und bespritzen sich gegenseitig mit Wasser. Etwas weiter paddeln zwei Mädchen mit einem Schlauchboot umher. Irgendwie kommen sie gar nicht vorwärts. Doch dann kommt ein Erwachsener und erklärt ihnen, wie man das macht. Auf der rechten Seite bauen gerade Kinder eine Sandburg. Die sieht aber nicht gerade schön aus, denkt sich Milly. Nun schaut sie auf das offene Meer hinaus.

    Plötzlich sieht sie am Horizont einen Sandstrahl. Was macht denn bitte ein Sandstrahl auf dem offenen Meer? Er tanzt hin und her, mal langsam und mal schnell. Auf einmal bleibt er still stehen, dann kommt er direkt auf Milly zugeflogen. Er umkreist sie einige Male und hebt sie sanft hoch in die Luft. Milly zittert am ganzen Körper. Vorsichtig trägt der Sandstrahl sie weg vom Strand hinaus aufs Meer.
    Nach kurzer Zeit entdeckt Milly eine Insel. Der Sandstrahl wird langsamer und setzt sie vorsichtig am Strand ab.
    „Oje“, flüstert Milly, „wo bin ich nur?“
    Sie blickt sich um, kann aber niemanden sehen.
    Auf einmal steht ein Mädchen mit dunkelbraunen, lockigen Haaren vor ihr. „Hallo Milly.“
    „Hallo“, antwortet Milly vorsichtig.
    „Ich bin Penelope, eine Sandburgfee. Du musst dich nicht fürchten, es ist alles in Ordnung. Komm mit, ich zeige dir die Sandburginsel Amos.
    “Milly nickt zaghaft. „Das kommt mir irgendwie bekannt vor.“

    „Ja, ich weiß. Du hast im letzten Jahr die Blumenfee Aurora auf der Blumeninsel Silania besucht und mit ihr ein paar Abenteuer erlebt.“ Penelope lächelt Milly zu und nimmt sie an die Hand. Gemeinsam gehen sie über eine große Düne.

    Plötzlich taucht eine riesige Sandburg vor Milly auf. Sie ist von einem großen Fluss umgeben. Auf der linken Seite der Sandburg befindet sich ein großer Palmengarten. Zwischen den Palmen tummeln sich unzählige Grünpflanzen. Auf der rechten Seite sieht Milly einen großen Wasserfall, der von einer herrlichen Wiese mit ganz vielen bunten Blumen und verschiedenen Gräsern umgeben ist. Es sieht aus, als wäre die Sandburg mitten in einer Oase gebaut worden. Milly ist sprachlos.

    Autorenvita

    Mit vielen spannenden Geschichten begleitete Sina Noschke ihre Tochter durch die Kindheit. Nun möchte sie auch andere Kinder mit ihren Abenteuern verzaubern und in die Welt der Fantasie verführen. Sina Noschke lebt mit ihrer Familie in Berlin.

    Britta Reinhard ist in Dortmund aufgewachsen und hat in den Niederlanden Illustration studiert. Nach dem Abschluss zum Bachelor of Design kehrte sie nach Deutschland zurück und lebt und arbeitet seitdem als freie Illustratorin in Lünen.

    1. Auflage
    48 Seiten, Großformat (A4)
    Softcover, Klebebindung
    Illustrationen: Britta Reinhard
    Print:
    ISBN 978-3-943018-67-7
    € 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 22,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-68-4

     

  • Santiagos Kick

    Santiagos KickSantiagos Kick

    Santiagos Kick

    Miriam Baltzer
    Santiagos Kick

    Von einem Tag auf den anderen wird das Leben des fünfzehnjährigen Jungen Santiago völlig auf den Kopf gestellt. Aufgewachsen in einem Vorort von Buenos Aires ist seine größte Leidenschaft das Fußballspielen. Doch als seine Eltern sterben, muss er sein geliebtes Dorf verlassen und zu seiner Tante nach Deutschland ziehen.

    Von nun an ist nichts mehr, wie es einmal war. Santiago erfährt, dass sein Vater gar nicht sein Vater war, in der Schule scheitert er, und eine Gang von älteren Jungen macht ihm das Leben zur Hölle. Schließlich wird er auch noch in Drogengeschichten hineingezogen …

    Wird das Fußballspielen Santiago bei der Bewältigung seiner Probleme helfen?

    Print:  12,90 € 
    E-Book:  11,99 €

    Leseprobe

    „Frau Walz? Spreche ich mit Frau Anna Walz?“

    Die dicken Falten am Kinn des Botschafters wackelten wie Pudding, wenn er den Kopf bewegte. Die Glatze des Mannes erinnerte Santi an eine Bowlingkugel, so glatt und glänzend, dass man sein Gesicht darin spiegeln konnte.
    „Hier spricht Engelmann von der deutschen Botschaft in Buenos Aires, Argentinien.“
    Das Hemd des Botschafters klebte unter den Achseln dunkel auf der Haut. Der Knopf seiner Hose wackelte auf dem Bauch hin und her, und Santi war sich nicht sicher, ob er die Dauer des Gesprächs überstehen oder noch vorher zu ihm über den Boden herüberkullern würde.
    „Frau Walz, ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Schwester vorgestern Abend verstorben ist.“

    Die auffällige rote Narbe am Kinn des Mannes leuchtete frisch. Vielleicht hatte sie ihm ja ein anderer Klient zugefügt, den er auch so lange hatte warten lassen wie ihn. Santi konnte die Langsamkeit des Mannes, die alles im Raum zu lähmen schien, kaum mehr ertragen. Trotz der Wichtigkeit der Lage drohte Santi einzuschlafen – so wie früher im Unterricht. Der Lehrer hatte plötzlich die Stimme erhoben, und Santi war aus dem Schlaf hochgeschreckt. Alle um ihn herum hatten sich augenblicklich gerade hingesetzt. „Manchmal bedarf es wohl eines Tempowechsels, um euch wachzurütteln“, hatte der Lehrer gesagt.

    Mal sehen, ob das bei dem Typen auch klappt, dachte Santi und sprang vom Stuhl auf. „Was sagt sie?“
    Der Botschafter zuckte zusammen, und der Hosenknopf wackelte gefährlich. Seine dunklen Schlitzaugen funkelten Santi ärgerlich an. Er drehte den Schreibtischstuhl zur Seite, den Blick demonstrativ von Santi weg auf die gegenüberliegende Seite gerichtet.
    „Das ist noch nicht alles, Frau Walz. Fernando Alvarez, Ihr Schwager, ist ebenfalls tot. Er ist gestern mit dem Auto gegen einen Baum gefahren.“
    Santi versuchte, sich Anna am anderen Ende der Leitung vorzustellen. Er konnte sich nicht mehr an ihr Gesicht erinnern. Das letzte Mal, als er sie gesehen hatte, hatte er sich noch für Flugzeuge interessiert und Spielzeugautos in einem kleinen Koffer mit auf die Reise nach Deutschland genommen. Jetzt stand er hier in dem miefigen Büro und versuchte, nicht daran zu denken, was das Telefongespräch für seine Zukunft bedeuten könnte.
    „Frau Walz, Sie sind die einzige noch lebende Angehörige des gemeinsamen Sohnes der Familie, Santiago Luiz Alvarez. Es wäre notwendig, sich über den Verbleib des Jungen zu unterhalten.“
    Es klang, als wäre es ihm eine Last. Tut mir leid, dass ich dich von einem Nachmittag bei Rotwein und einem saftigen Steak abgehalten habe, dachte Santi. Pech gehabt, es gibt mich noch. Ein Überbleibsel der Familie Alvarez.
    „Die Eltern haben ein Testament hinterlassen. Dort ist der Wunsch geäußert, dass Santiago bei Ihnen leben soll.“

    Nun wusste Anna, was Sache war. Santi stellte sich vor, wie sie zu Hause auf dem Sofa saß, fernsah oder ein Buch las und dann diesen Anruf bekam. Das Leben im Gleichgewicht – und eine Minute später kam alles durcheinander.
    „Sie will dich sprechen.“ Der Dicke hielt ihm den Hörer hin und drückte sich mit beiden Armen an den Stuhllehnen nach oben. Der Bauch fuhr an der Tischkante entlang und quetschte ein Blatt Papier zwischen sich und dem Rand des Schreibtisches ein. Mit einem schmutzigen Stofftaschentuch wischte er sich über die Stirn und schob es dann umständlich zurück in die Hosentasche. Dann schlurfte er aus dem Raum. Das Papier, das an seinem feuchten Bauch kleben geblieben war, segelte zu Boden.

    Autorenvita

    Miriam Baltzer, geboren 1978, lebt mit ihrer Familie in Ludwigsburg und ist nach dem Studium der Sportwissenschaften als Pädagogin tätig. Die Geschichten der Jugendlichen, die sie in den letzten Jahren begleitet hat, und ihr Bezug zum Sport haben sie zu ihrem Roman inspiriert.

    1. Auflage
    200 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-944266-29-9
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 18,50
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-30-5


  • Die Jagd nach dem magischen Lexikon

     

    Die Jaagd nach dem magischen Lexikon

    Die Jagd nach dem magischen Lexikon

    Sabine Kampermann
    Die Jagd nach dem magischen Lexikon
    In der Trollwelt herrschen chaotische Zustände, seit die Trolle verflucht wurden und nicht mehr lesen dürfen. Trollmädchen Sofia ist verzweifelt: Sie liebt Bücher, und für sie gibt es nichts Besseres als gute Geschichten. Um ihre geliebte Großmutter Piranhia von dem Fluch zu befreien, muss sie das magische Lexikon finden und dem jungen, einsamen Genie Albert, dem das Lexikon gehört, acht Wünsche erfüllen.
    Mithilfe der Wünsche lernt Albert den Wert von Freundschaften kennen und freundet sich ausgerechnet mit seinem Todfeind Sebastian an. Die unvorhersehbaren Nebenwirkungen der Wünsche bewirken allerdings, dass Alberts schwangere Mutter überstürzt ins Krankenhaus gebracht werden muss. Der letzte noch verbliebene Wunsch stellt Albert vor die Wahl: Mutter oder Kind? Findet Albert durch die Hilfe seiner neuen Freunde einen Ausweg? Eine märchenhafte Geschichte für junge Leser ab 8 Jahren.
    Print:  12,90 €
    E-Book: 7,99  €  

    Leseprobe

    Sofia blickte zuerst auf den Buchdeckel, danach auf den wachsenden Türspalt. Die Tür knarrte und wehrte sich, doch auf Dauer vergeblich. Der Spalt wuchs unaufhaltsam. Das Licht einiger Glühwürmchen fiel hindurch.

    Sofia sah etwas, vielmehr ein Wesen. Trollfell schimmerte grün durch den Spalt. Sie zitterte. Kein Troll durfte sie beim Lesen erwischen! Nur das nicht! Sie fasste sich an den Hals und massierte ihn. Das letzte Stück Papier rutschte ihre Speiseröhre hinunter. Sie japste nach Luft, schluckte zu viel und rülpste. Eine Klaue hielt sie sich vor das Maul und erstickte damit den Rülpslaut, mit der anderen rieb sie ihren Bauch. Ihr Blick ging zum Buch. Die Schatzinsel bannte sie, sie konnte sich kaum bewegen.
    Ganz langsam schaffte sie es, wenigstens ihre Beine auszustrecken. Noch ein paar Zentimeter weiter, dachte sie und drückte die Knie durch.
    In diesem Augenblick betrat eine anbetungswürdig warzige Gestalt ihr Versteck.
    »Umma«, hauchte Sofia. Sie bewunderte die pelzige alte Trollin mehr als jeden anderen Troll auf der Welt. Wie gerne schaute sie in Umma Piranhias Gesicht! Unzählige Warzen in den unterschiedlichsten Formen und Farbschattierungen schmückten es. Umma konnte mehr davon vorweisen als Ödnis und der Trollchef zusammen. Sofia zierten nur wenige, völlig farblose Warzen, leider. Diese verdienten den Namen Warze nicht einmal.
    Sie seufzte und starrte Umma weiterhin anerkennend an. Ein besonders prachtvolles blaues Warzenexemplar prangte mitten auf Piranhias breitem, knolligem Riechkolben. Ein Lauschlappen lugte aus dem dichten koboldblauen Haar hervor, welches durch den Staub in den Höhlen eher grau wirkte – nicht wegen ihres Alters, wie Piranhia stets betonte. Blau leuchtete nur ihr selbstgenähter Kittel, der ihr Fell vor Haarausfall und Verschmutzung schützte. Sofia konnte sich nicht sattsehen. Die haarigen Klauen schmückten lange, scharfe Krallen, und Ummas runde Augen leuchteten gelbgrün.
    Sofia betrachtete ihre eigenen Stummelkrällchen und seufzte noch einmal. Nie würde sie so eindrucksvoll aussehen wie Piranhia. Sie galt als die unscheinbarste Trollin der gesamten Trollheit. Ihren Oberkörper zierte kein Pelz – abgesehen vom Rücken, und den verdeckte ihr Hemd.
    Fast neidisch berührte sie Ummas glänzendes Fell, das selbstverständlich den ganzen Leib bedeckte, und stöhnte. Sofias runden, meerblauen Augen fehlte jegliche Trollhaftigkeit, zudem beschämten ein solch kleiner Riechkolben und mickrige, kaum abstehende Lauschlappen ansonsten keinen ihrer Artgenossen. Niemand schenkte ihr Beachtung. Sie glich einem Menschen. Das hatte ihre Mutter bereits bemerkt, als Sofia noch zu den Kleintrollen gehörte. Seitdem wünschte sie sich, wenigstens einmal in ihrem Leben einen Menschen zu sehen.
    »Ja, ich bin es, deine Umma. Dass du dich überhaupt noch an mich erinnerst! Wolltest du mich nicht besuchen, oder gilt das erst für nächstes Jahr?«
    »Ups!« Mehr brachte Sofia nicht heraus. Den Besuch hatte sie über der Schatzinsel völlig verschwitzt. Nie zuvor hatte sie Umma vergessen. Eher versäumte sie zu schlafen, zu essen oder den Gutenmorgenrülpser.

    Autorenvita

    Sabine Kampermann schreibt fantastische Kinderbücher, jedoch nicht ausschließlich. So wurde sie unter anderem für den Agatha-Christie-Preis sowie für mehrere Kurzgeschichtenpreise nominiert. In ihren Geschichten erweckt sie nicht nur Trolle zum Leben, sondern auch Wollmäuse, sprechende Türen, festgerostete Erdachsen und Drachenvegetarier mit Haifischgebiss.
    „Die Jagd nach dem Magischen Lexikon“ wurde vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg mit einem Arbeitsstipendium ausgezeichnet.

    1. Auflage
    190 Seiten
    Farbillustrationen
    Softcover, Klebebindung
    Illustrationen: Jan Hillen
    Print:
    ISBN 978-3-944266-11-4
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 18,50
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-12-1