Phantom der Dunkelheit

Phantom der Dunkelheit

Phantom der Dunkelheit

Norman Dark
Phantom der Dunkelheit
Follia e Fantasma
In Florenz und Umgebung geht ein Phantom um, das seine Opfer – meistens Frauen – nach dem Muster der Sieben Todsünden aussucht. In seinem Wahn bestraft es Menschen, die in seinen Augen ihr Leben verwirkt haben. Die Sonderkommission tappt im Dunkeln …
Zeitgleich ist in der Nähe von Mailand ein alter Palazzo Schauplatz von seltsamen Ereignissen, die weit in die Zeit seiner Erbauung zurückreichen. Die Liebe kann dort nicht gedeihen, und seine Bewohner ergreifen früher oder später die Flucht. Auch hier mordet ein Phantom, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Ein Team von „Geisterjägern“ versucht schließlich, der Ursache mit modernsten technischen Geräten auf den Grund zu gehen.
Spuk und Wahnsinn – Follia e Fantasma – reichen sich in diesem spannenden Mystery-Krimi die Hand. Eine Erlebnisreise in die Abgründe der Psyche.
Print: 11,90 €  
E-Book:  9,99 €  

 

Rezension: In diesem Buch verbinden sich zwei komplett unterschiedliche Geschichten miteinander, bzw. laufen parallel zueinander ab. Jede Geschichte hat eine ganz andere Handlung mit unterschiedlichsten Charakteren. Ich habe kein Problem damit, ….

Leseprobe

Fasziniert blieb Antonio vor dem Haus stehen, dessen Aussehen sich nach einer Renovierung etwas verändert hatte. Franca befürchtete schon, dass Antonio das Mordopfer plastisch vor sich sah.
»Komm, Tante Rosanna erwartet uns schon«, sagte sie ungeduldig.
»Irgendwie sieht es hier anders aus als im Film.«
»Ja, was erwartest du denn? Es ist schon beinahe dreißig Jahre her. Damals waren deine Tante und ich noch Kinder. Außerdem wird Herr Risi kaum hier vor Ort gedreht haben. Solche Aufnahmen entstehen meistens im Studio, mit nachgebauten Kulissen. Er hat nur die Straßennamen benutzt.«
»Und wenn sie doch hier waren?«, ließ Antonio nicht locker.
»Unsinn. Du erinnerst dich doch an die kleine Gartenpforte am Ende der Straße? Schau, hier gibt es so etwas weit und breit nicht. Man hat sie dazu erfunden, weil sie in der Handlung vorkam.«
»Glaubst du, dass Tante Rosanna mir ihre Digitalkamera leiht? Ich würde gerne ein paar Fotos machen und sie anschließend mit dem Film vergleichen. Ihr habt ihn doch aufgezeichnet, nicht?«
»Ja, als wir hörten, dass es um Pavia geht, schon, aber dein Vater hat ihn bestimmt wieder gelöscht.«
»Vielleicht ja nicht. Außerdem kriegt man ihn bestimmt in einer Videothek.«
»Ich erlaube nicht, dass du ihn dir noch einmal anschaust. Immerhin ist er für Jugendliche unter sechzehn Jahren ungeeignet.«
»Mamma, ich werde bald fünfzehn. Glaubst du, das eine Jahr macht noch was aus?«
»Trotzdem, ich möchte es nicht. Er beflügelt nur wieder deine Fantasie und lässt dich nicht zur Ruhe kommen. Also Schluss jetzt.«

Antonio trottete betreten hinter seiner Mutter her. Wenig später begegnete ihnen ein Paar, das untergehakt an ihnen vorbei spazierte. Es handelte sich um eine in die Jahre gekommene Frau, die für ihr Alter etwas zu stark geschminkt war, und einen wesentlich jüngeren Mann, der mit seinem feinen Sonntagsanzug fast wie ein Pennäler wirkte. Es hätten durchaus auch Mutter und Sohn sein können, aber ihre Blicke und die Art, wie sie sich aneinander schmiegten, ließen etwas anderes vermuten. Franca hatte sie nur flüchtig wahrgenommen, da sie in Gedanken schon bei ihrer Schwester war. Antonio hingegen wirkte plötzlich stocksteif und merkwürdig abwesend.

»Was ist denn mit dir?«, fragte Franca besorgt. »Hat dich etwas erschreckt?«

»Er wird ihr wehtun. In seinen Gedanken fragt er sich gerade, wie er sie am besten umbringen kann, ohne dabei entdeckt zu werden.« Antonios Stimme war trocken und tonlos. Sie wirkte wie die eines alten Mannes.

Nach einer Schrecksekunde wurde Franca ärgerlich. »Geht das schon wieder los? Vor kaum zwei Stunden habe ich dich gebeten, heute mit den Geschichten aufzuhören. Wären wir doch bloß nicht an dem Haus vorbeigegangen. Ich hätte es wissen müssen.«

»Er wird sie töten. Du wirst es sehen.«
»Ich will nichts mehr davon hören, verstehst du? Und untersteh’ dich, deiner Tante etwas von der Begegnung zu erzählen. Die hat im Moment ganz andere Sorgen, als sich Gedanken um aufgetakelte Frauen zu machen, die sich mit Männern einlassen, die ihre Söhne sein könnten.«
»Wenn es aber doch wahr ist …«
»Noch ein Wort und wir fahren auf der Stelle nach Hause, basta!«
»Ich sag’ ja schon nichts mehr.«

Autorenvita

Norman Dark wurde als Kind einer Deutschen und eines Amerikaners in Berlin geboren. Nach der Scheidung der Eltern wuchs er bei seiner Mutter auf. In der Schule zeigte sich sein Talent zum Schreiben. Inspiration für seine kleinen Geschichten fand er u.a. in den Filmen  von Hollywoods Schwarzer Serie. Nach dem frühen Tod der Mutter begannen seine Sinnsuche und das Interesse für fernöstliche Religionen. In seinen Romanen führt er seine Leserschaft an berühmte europäische und amerikanische Schauplätze. Dabei schreckt er auch vor Themen wie Seelenwanderung oder Spuk nicht zurück.

240 Seiten
Softcover, Klebebindung
Print:
ISBN 978-3-944266-19-0
€ 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 22,90
E-Book (EPUB):
ISBN 978-3-944266-20-6

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