Flamme der Seelen

Flamme der SeelenMelanie Völker
Flamme der Seelen -Dämmernebel

Als der vierzehnjährige Elyjas ein Tor in die fremde Welt Shaendâra entdeckt, ahnt er nicht, dass sich sein Leben von nun an völlig verändern wird.
Hineingeworfen in eine Welt voller Magie und Mystik, die von den grausamen Rak’Zhâr im Dienste des Schattens mit Krieg überzogen wird, begibt sich Elyjas auf eine gefährliche Mission. An seiner Seite stehen der Waise Andrûs und der Erzmagier Albwin.
Gemeinsam mit weiteren Gefährten begeben sie sich auf eine gefährliche Mission, in eine Welt voller Mystik, in der Licht und Schatten jedes Einzelnen zuweilen verwischen. Hier müssen die Freunde immer wieder gegen neue Herausforderungen sowie ihre inneren Zweifel und Ängste ankämpfen und dadurch über ihre eigenen Grenzen hinauswachsen. Eine Geschichte über Mut und Tapferkeit, Freundschaft und Treue in einer fantastischen Welt.
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Leseprobe

Als Elyjas erwachte, lag er bäuchlings in einer Pfütze auf hartem Stein. Er fror. Keuchend stemmte er sich mit den Händen auf und hockte sich auf die Knie.

Unmittelbar vor ihm zog sich ein schmaler See nach Osten, der als Fluss weiter ins Gebirge verlief. In der Ferne erkannte Elyjas schneebedeckte Gipfel. Von Westen her rauschte das Meer, dessen Wellen sanft gegen die Felsküste schwappten. Dazwischen wogte grünes Land, einsam und leer.

Erst jetzt bemerkte Elyjas aus den Augenwinkeln den breiten, steinernen Torbogen, der sich hinter ihm mehrere Meter in den Himmel erhob und in dessen Mitte ein Symbol eingemeißelt war, das sehr viel Ähnlichkeit mit denen auf seinem Anhänger besaß. Raido, Reise, schoss es ihm in den Sinn. Elyjas runzelte die Stirn. Hatte er vielleicht einen magischen Durchgang entdeckt, ein Tor zwischen den Welten, wie er in manchen seiner Bücher beschrieben stand? Wenngleich er solche Geschichten gerne las, hatte er doch gewusst, dass solche Dinge frei erfunden waren. Schließlich war er ja kein Baby mehr. Aber wenn sie nun doch existierten? Welche Erklärung gab es sonst dafür, dass er hierher gelangt war, wo immer dieses „hierher“ auch sein mochte.

Vorsichtig näherte er sich dem Bogen und tastete mit der Hand hindurch. Aber nichts geschah. Frierend schlang er die Arme um seinen Körper und blickte in den Himmel, wo dicke graue Wolken ihm baldigen Regen ankündigten. Hier konnte er nicht bleiben. Er brauchte einen Unterschlupf.

Doch wohin sollte er gehen? Noch einmal sah er sich um. Nirgendwo konnte er eine Straße entdecken. Am besten folgte er erst einmal dem Fluss, entschied er und marschierte los. Seine durchweichten Schuhe und Strümpfe platschten bei jedem Schritt.

Er war etwa zwei Stunden gelaufen, ohne irgendjemandem zu begegnen, als er zu einer schmalen hölzernen Brücke kam. Inzwischen hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet, und heftiger Regen prasselte auf Elyjas hernieder. Die Haare klebten ihm an der Stirn, und das Wasser lief so stark über sein Gesicht, dass er unentwegt blinzelte. Ihm war schrecklich kalt.

Nach Norden wand sich ein schmaler, holpriger Pfad durch die Hügel, in südlicher Richtung wurde der Weg breiter und führte um das Gebirge herum. Elyjas konnte nicht erkennen, was hinter den Bergen lag, doch empfand er den Süden als vielversprechender, weil er glaubte, dort eher auf Menschen zu treffen, und so schlug er diese Richtung ein. Seine Finger und Zehen waren taub vor Kälte, und jeder Schritt fiel ihm schwerer. „Hallo?“, rief er immer wieder. „Ist da jemand?“ Doch die Worte wurden vom Wind verschluckt, und er bekam keine Antwort. Erschöpft schleppte er sich weiter bis zum Fuße der niederen Bergausläufer. Noch immer war nirgendwo ein Haus zu sehen, keine Möglichkeit, Schutz zu finden. Elyjas hustete stark, und seine Nase schniefte. Etwas höher gelegen glaubte er den Eingang einer Höhle zu erkennen. Vielleicht fand er dort Unterschlupf.

Autorenvita

Melanie Völker wurde 1980 in Dortmund geboren und lebt seit ihrer Kindheit in Schwerte. Schon früh begeisterte sie sich für phantastische Literatur, schrieb aber zunächst hauptsächlich Lyrik. Mit „Flamme der Seelen“ verwirklicht sie nun ihre Idee zu einer magischen Roman-Trilogie.

1. Auflage
326 Seiten
Softcover, Klebebindung
Print:
ISBN 978-3-943018-65-3
€ 17,90 (D) / € 18,90 (A) / sFr 27,50
E-Book (EPUB):
ISBN 978-3-943018-66-0

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