• Café Bahiamar

    Cafe Bahiamar

    Café Bahiamar

     

    Sven Werner
    Café Bahiamar
    Nur ein bisschen Gaunerei….

    Salvador da Bahia im Juli 2001. Es sind bewegte Zeiten.
    Die Polizei streikt, und es kommt zu Plünderungen und Raubmorden. Angst und Chaos herrschen in den Gassen der brasilianischen Hafenstadt. Dann stirbt ein Schriftsteller, ein Mädchen namens Lena verschwindet spurlos, und ganz nebenbei fällt das World Trade Center in New York in sich zusammen. Jetzt helfen nur noch die afro-brasilianischen Götter
    Ein spannender und zugleich unterhaltsamer Tatsachenroman vor der Kulisse der historischen Altstadt von Salvador da Bahia.
    Print: 12,90 € 
    E-Book:  10,99 € 

    Leseprobe

    „Uma cerveja, por favor“, ein Bier, bitte.

    Wilson langte sofort hinter sich in den Kühlschrank mit der Coca-Cola-Reklame, griff nach einer Dose und stellte sie auf den Tresen, unmittelbar dorthin, von wo die Stimme – es war wohl ein deutscher Akzent – gekommen war. „Um e cinquenta“, einsfünfzig.

    Sein Blick steuerte von der Dose in das Angesicht seines Gegenübers, das er erst in diesem Moment wirklich wahrnahm. Der Mann, der ihm jetzt genau einen Real und fünfzig Centavos in abgezählten Münzen herüberschob, war vielleicht Anfang dreißig. Er war von untersetzter, fülliger Statur. Sein kurzrasiertes dunkelblondes Haar ließ unverhüllt seinen etwas trockenen Gesichtsausdruck mit der runden Brille und den glasblauen Augen hervortreten. Ein ehrlicher Mann, ein Deutscher. Die nackten Wangen würden in zehn Jahren wahrscheinlich zu einem Doppelkinn zerflossen sein.

    „Deutsch?“, fragte Wilson und drehte den Wasserhahn auf.

    Der trockene Gesichtsausdruck erhellte sich, indem sich die breite Stirn über den überraschten Augenbrauen in verwunderte Falten legte. „Ja, ich komme aus der Nähe von Frankfurt. Woher wissen Sie das?“ Die Dose öffnete sich mit einem lauten Krachen.

    Wilson war in den Jahren, die er als Barmann in dem Café auf dem Pelourinho verbracht hatte, einem Gewimmel von Menschen aus aller Welt begegnet. Er konnte Menschen, die er noch nie gesehen hatte, in Sekundenschnelle einordnen. Nicht selten vertrieb er sich die Zeit damit, sie zu beobachten, ihre Sprache und Herkunft zu erraten und dem ein oder anderen in Gedanken eine Geschichte auf die Nase zu binden. Es war fast schon so eine Art Spiel daraus geworden. In dem Spiel lag eigentlich kein tieferer Sinn, allenfalls ein besonderer Reiz. Um ihm aber wenigstens einen Anschein von Sinnhaftigkeit zu geben, nannte Wilson es einfach „Menschenraten“.

    Der Pelourinho, das historische Zentrum Salvadors, war Anlaufstelle für Hunderttausende von Touristen im Jahr. Viele von ihnen waren auf der Durchreise und machten hier Station auf ihrem Weg entlang der brasilianischen Küste von Süden nach Norden oder von Norden nach Süden. Die meisten hielten es aber nicht länger als ein paar Tage hier aus und waren dann plötzlich wieder verschwunden.

    „Ich glaube, Ihre blauen Augen haben Sie verraten. Schon lange hier?“

    „Nein, erst seit gestern. Übermorgen fliege ich schon wieder weiter nach Recife.“ Der Deutsche nahm einen kräftigen Schluck aus der Dose. „Und Sie? Arbeiten Sie schon lange hier?“

    Wilson nahm ein Whiskeyglas und trocknete es ab. Er überlegte einen Moment. „Drei Jahre vielleicht. Zu lange jedenfalls.“

    Die Dose landete mit einer lässigen Handbewegung auf dem polierten Thekenholz. „Wow!“, dröhnte dem Barmann ein tiefer Bass entgegen. „So viel Zeit wie Sie müsste man haben. Nicht schlecht, und das bei all den schönen Frauen hier …“ Er zwinkerte ihm mit dem rechten Auge vielsagend zu, als wüsste Wilson schon worum es ging. Dabei verzog sich sein verschwitztes Gesicht zu einem breiten Grinsen, und noch bevor Wilson sein „Ja, aber …“ herausbrachte, nahm dieser schon die Dose, die sowieso schon fast leer war, blickte flüchtig zum Ausgang und streckte ihm die Hand entgegen. „So, jetzt muss ich aber, hab noch was vor heute Abend. War nett, mit Ihnen zu plaudern. Hasta mañana“, sagte er – in Verkennung der Tatsache, dass man in Brasilien Portugiesisch spricht und nicht Spanisch.

    Wilson zuckte nur kurz mit den Schultern, stellte sein trockenes Whiskeyglas in die Vitrine, tat einen weiten Schritt in Richtung Hand und schlug ein. „Até amanhã então”, bis morgen. Er sah zu, wie der Dicke zur Tür hinauswankte, sich noch einmal grinsend umsah und dann in der Dämmerung verschwand.

    Sein Chef Marcel wollte ihn am Abend zu einem Drink überreden. Wilson war aber nicht in Stimmung. Heute nicht. Stattdessen schlenderte er durch das Auf und Ab der Gassen Pelourinhos nach Hause.

    Autorenvita

    Geboren 1974 in Marburg, studierte Sven Werner Germanistik, Pädagogik, Politikwissenschaften, Musikpädagogik und Romanistik in Münster. Nach mehreren Auslandsaufenthalten unter anderem in Afrika und Brasilien, einer zwischenzeitlichen Tätigkeit als Entwicklungshelfer und freischaffender Lektor arbeitete er längere Zeit als Lehrer, bevor er sich schließlich voll und ganz der Schriftstellerei widmete. Er ist mit einer Brasilianerin verheiratet.
    Zum Zeitpunkt der Terroranschläge in New York am 11. September 2001 befand sich Sven Werner gerade in Salvador da Bahia und hatte dadurch Gelegenheit, in der für ihre Weltoffenheit und ihren Kosmopolitismus bekannten brasilianischen Hafenstadt die Eindrücke und Reaktionen der Menschen direkt vor Ort wahrzunehmen.

    1. Auflage
    184 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    WG Unterhaltung
    Print:
    ISBN 978-3-944266-25-1
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 18,50
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-26-8

  • Phantom der Dunkelheit

    Phantom der Dunkelheit

    Phantom der Dunkelheit

    Norman Dark
    Phantom der Dunkelheit
    Follia e Fantasma
    In Florenz und Umgebung geht ein Phantom um, das seine Opfer – meistens Frauen – nach dem Muster der Sieben Todsünden aussucht. In seinem Wahn bestraft es Menschen, die in seinen Augen ihr Leben verwirkt haben. Die Sonderkommission tappt im Dunkeln …
    Zeitgleich ist in der Nähe von Mailand ein alter Palazzo Schauplatz von seltsamen Ereignissen, die weit in die Zeit seiner Erbauung zurückreichen. Die Liebe kann dort nicht gedeihen, und seine Bewohner ergreifen früher oder später die Flucht. Auch hier mordet ein Phantom, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Ein Team von „Geisterjägern“ versucht schließlich, der Ursache mit modernsten technischen Geräten auf den Grund zu gehen.
    Spuk und Wahnsinn – Follia e Fantasma – reichen sich in diesem spannenden Mystery-Krimi die Hand. Eine Erlebnisreise in die Abgründe der Psyche.
    Print: 11,90 €  
    E-Book:  9,99 €  

     

    Rezension: In diesem Buch verbinden sich zwei komplett unterschiedliche Geschichten miteinander, bzw. laufen parallel zueinander ab. Jede Geschichte hat eine ganz andere Handlung mit unterschiedlichsten Charakteren. Ich habe kein Problem damit, ….

    Leseprobe

    Fasziniert blieb Antonio vor dem Haus stehen, dessen Aussehen sich nach einer Renovierung etwas verändert hatte. Franca befürchtete schon, dass Antonio das Mordopfer plastisch vor sich sah.
    »Komm, Tante Rosanna erwartet uns schon«, sagte sie ungeduldig.
    »Irgendwie sieht es hier anders aus als im Film.«
    »Ja, was erwartest du denn? Es ist schon beinahe dreißig Jahre her. Damals waren deine Tante und ich noch Kinder. Außerdem wird Herr Risi kaum hier vor Ort gedreht haben. Solche Aufnahmen entstehen meistens im Studio, mit nachgebauten Kulissen. Er hat nur die Straßennamen benutzt.«
    »Und wenn sie doch hier waren?«, ließ Antonio nicht locker.
    »Unsinn. Du erinnerst dich doch an die kleine Gartenpforte am Ende der Straße? Schau, hier gibt es so etwas weit und breit nicht. Man hat sie dazu erfunden, weil sie in der Handlung vorkam.«
    »Glaubst du, dass Tante Rosanna mir ihre Digitalkamera leiht? Ich würde gerne ein paar Fotos machen und sie anschließend mit dem Film vergleichen. Ihr habt ihn doch aufgezeichnet, nicht?«
    »Ja, als wir hörten, dass es um Pavia geht, schon, aber dein Vater hat ihn bestimmt wieder gelöscht.«
    »Vielleicht ja nicht. Außerdem kriegt man ihn bestimmt in einer Videothek.«
    »Ich erlaube nicht, dass du ihn dir noch einmal anschaust. Immerhin ist er für Jugendliche unter sechzehn Jahren ungeeignet.«
    »Mamma, ich werde bald fünfzehn. Glaubst du, das eine Jahr macht noch was aus?«
    »Trotzdem, ich möchte es nicht. Er beflügelt nur wieder deine Fantasie und lässt dich nicht zur Ruhe kommen. Also Schluss jetzt.«

    Antonio trottete betreten hinter seiner Mutter her. Wenig später begegnete ihnen ein Paar, das untergehakt an ihnen vorbei spazierte. Es handelte sich um eine in die Jahre gekommene Frau, die für ihr Alter etwas zu stark geschminkt war, und einen wesentlich jüngeren Mann, der mit seinem feinen Sonntagsanzug fast wie ein Pennäler wirkte. Es hätten durchaus auch Mutter und Sohn sein können, aber ihre Blicke und die Art, wie sie sich aneinander schmiegten, ließen etwas anderes vermuten. Franca hatte sie nur flüchtig wahrgenommen, da sie in Gedanken schon bei ihrer Schwester war. Antonio hingegen wirkte plötzlich stocksteif und merkwürdig abwesend.

    »Was ist denn mit dir?«, fragte Franca besorgt. »Hat dich etwas erschreckt?«

    »Er wird ihr wehtun. In seinen Gedanken fragt er sich gerade, wie er sie am besten umbringen kann, ohne dabei entdeckt zu werden.« Antonios Stimme war trocken und tonlos. Sie wirkte wie die eines alten Mannes.

    Nach einer Schrecksekunde wurde Franca ärgerlich. »Geht das schon wieder los? Vor kaum zwei Stunden habe ich dich gebeten, heute mit den Geschichten aufzuhören. Wären wir doch bloß nicht an dem Haus vorbeigegangen. Ich hätte es wissen müssen.«

    »Er wird sie töten. Du wirst es sehen.«
    »Ich will nichts mehr davon hören, verstehst du? Und untersteh’ dich, deiner Tante etwas von der Begegnung zu erzählen. Die hat im Moment ganz andere Sorgen, als sich Gedanken um aufgetakelte Frauen zu machen, die sich mit Männern einlassen, die ihre Söhne sein könnten.«
    »Wenn es aber doch wahr ist …«
    »Noch ein Wort und wir fahren auf der Stelle nach Hause, basta!«
    »Ich sag’ ja schon nichts mehr.«

    Autorenvita

    Norman Dark wurde als Kind einer Deutschen und eines Amerikaners in Berlin geboren. Nach der Scheidung der Eltern wuchs er bei seiner Mutter auf. In der Schule zeigte sich sein Talent zum Schreiben. Inspiration für seine kleinen Geschichten fand er u.a. in den Filmen  von Hollywoods Schwarzer Serie. Nach dem frühen Tod der Mutter begannen seine Sinnsuche und das Interesse für fernöstliche Religionen. In seinen Romanen führt er seine Leserschaft an berühmte europäische und amerikanische Schauplätze. Dabei schreckt er auch vor Themen wie Seelenwanderung oder Spuk nicht zurück.

    240 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-944266-19-0
    € 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 22,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-20-6

  • Männerfang und Katzenjammer

    Männerfang und KatzenjammerAndreas Seiller
    Männerfang und Katzenjammer
    Nach dem plötzlichen Tod ihres Goldfischs Frau Maier erkennt Eva Tunke, dass sie ziemlich einsam ist. Sie beschließt, sich mit allerlei guten und weniger guten Ideen ihren Traummann zu angeln. Unterstützt von ihrem verfressenen Kater Herrn Schmitt, ihrer ständig nörgelnden Mutter und sogar mit der Hilfe vom lieben Gott begibt sie sich auf Männerfang, lässt dabei allerdings kein Fettnäpfchen aus. Nach einigen Reinfällen lernt sie irgendwann Adam Apfel kennen …
    Kater Schmitt weiß nicht mehr ein noch aus. Ständig muss er die Launen seines Frauchens Eva ertragen und sie sogar in den Urlaub auf einen Bauernhof begleiten. Dort verliebt er sich unsterblich in Kleopatra, die schönste und begehrteste Katze auf dem Hof. Doch er hat einen furchtbaren Widersacher: den grauen Kater und sein brutales Gefolge. Ein hartes Training steht Kater Schmitt bevor, doch für die Dame seines Herzens ist ihm keine Anstrengung zu viel.
    Print: 13,90 € 
    E-Book: 9.99 €  

    Leseprobe

    Ist Eva schon da?“

    Bernd Melzer, der Geschäftsführer der Gebäudereinigungsfirma „Sauber bis in die Ecken“ sah sich prüfend, fast sogar schon ein wenig ängstlich in seinen Geschäftsräumen um.

    „Nein, noch nicht, Herr Melzer. Erwarten Sie etwa schon die nächste Katastrophe?“ Die junge Blondine hinter dem PC lächelte ihn vielsagend an.
    „Ja, nein … Ach, das ist nicht so einfach mit Eva. Außerdem ist sie ja auch noch meine Cousine, und wer würde einen solchen …, na ja, eine solche Frau schon einstellen?“
    In diesem Moment klingelte das Telefon.
    „Sauber bis in die Ecken. Sie sprechen mit Melanie Schneider.“
    Melzer hörte das laute Geschrei, das aus dem Hörer erklang, obwohl er zwei Meter davon entfernt stand. Erschrocken hielt sich Frau Schneider die Hörmuschel von ihrem Ohr weg.
    „Weißer Markenteppich … Rotkrautflecken … Eva Tunke …“
    Melzer hielt sich die Hand vor die Augen. Das klang nach heftigem Ärger.
    Die junge Sekretärin zuckte leicht mit der Schulter und hob ihrem Chef den Hörer hin. Dieser atmete noch einmal tief durch, dann nahm er ihn entgegen. „Melzer am Apparat. Ich bin der Geschäftsführer. Wie ich höre, gab es ein kleines Problem?“
    Eine Frauenstimme, die die Kraft eines Orkans hatte, schlug ihm entgegen und ließ ihn erschrocken zusammenfahren. „Diese grässliche Person hat meinen neuen weißen Markenteppich völlig ruiniert. Sie werden mir für diesen Schaden aufkommen!“
    „Aber beruhigen Sie dich doch bitte, Frau Petzold. Was genau ist denn geschehen?“ Melzer setzte sich. Seine Beine zitterten. Was hatte Eva den nun schon wieder angestellt? Diese Frau war ein lebendes Desaster!
    „Ihre Mitarbeiterin hat Rotkraut auf meinen Teppich fallen lassen und …“
    „Rotkraut?“ Melzer glaubte, falsch gehört zu haben. „Haben Sie eben Rotkraut gesagt, Frau Petzold?“
    „Ja, diese Person hatte Rotkraut auf ihrem Frühstücksbrötchen, und beim Essen ist ihr davon etwas auf meinen Teppich gefallen!“
    Melzer sackte auf seinem Stuhl zusammen. Wer belegte sich schon ein Brötchen mit Rotkraut und aß dieses dann, während er auf einem weißen Teppich stand? Das konnte nur Eva gewesen sein. Kein normaler Mensch …
    „Wir werden natürlich für den entstandenen Schaden aufkommen, Frau Petzold. Ich schaue mir das morgen gleich mal an. Machen Sie sich bitte keine Sorgen, ich kümmere mich persönlich darum!“
    Er beendete das Gespräch, und seine Miene verfinsterte sich. „Bald gibt es keine Versicherung mehr, die mit unserer Firma zusammenarbeiten will. Ich bezahle jetzt schon horrende Beiträge. Es muss etwas passieren – und zwar schleunigst!“

    Noch am selben Abend wartete Melzer auf das Erscheinen seiner Mitarbeiterin. „Eva, ich habe ein Hühnchen mit dir zu rupfen!“, sagte er mit strengem Blick und bat sie in sein Büro.

    „Was ist denn passiert, Berndchen? Du bist ja ganz bleich im Gesicht.“

    „Nenne mich doch nicht immer Berndchen! Das habe ich schon gehasst, als wir im Kindergarten zusammen gespielt haben. Ich bin ein erwachsener Mann und heiße Bernd!“

    Eva lächelte. Sie würde ihn weiterhin Berndchen nennen, auch wenn es ihm nicht gefiel.

    Melzer setzte sich auf seinen Stuhl und sah sie an. Eva war eine kleine, zierliche Frau mit einer sportlichen Figur. Sie hatte eine kleine Stupsnase, die ihr ein jugendliches Aussehen verlieh. Ihre braunen Haare fielen ihr lockig über die Schultern. Die eisgrauen Augen bildeten dazu einen wundervollen Kontrast. Er hatte bei keiner anderen Frau jemals solche Augen gesehen.

    Seine Cousine war im Grunde eine Schönheit, und es wunderte jeden, dass sie bisher noch keinen Mann abbekommen hatte und nun mit einundvierzig Jahren noch immer alleinstehend war. Vielleicht war das aber auch gut so, zumindest für den betreffenden Mann. Wahrscheinlich würde sie ihn sowieso mit ihrer fatalen Ungeschicktheit umbringen, aus Versehen vergiften, ihm ein Elektrogerät in die Badewanne fallen lassen oder ihn beim Wegräumen des Bestecks unabsichtlich erstechen.

    Melzer schüttelte es bei diesem Gedanken, und er sah sie streng an. „Frau Petzold hat heute angerufen. Kannst du dir denken, weshalb?“

    Eva tat so, als müsste sie überlegen. „Hat sie gepetzt wegen dem klitzekleinen Fleck auf dem alten Teppichboden?“

    Autorenvita

    Andreas Seiller wurde 1967 in Esthal, einem kleinen Walddorf in der Pfalz, geboren. Sein erstes Bilderbuch veröffentlichte er im Jahr 2004. Von 2005 bis 2007 arbeitete er als nebenberuflicher Lektor für die Weltbild Autorenschule. In den letzten Jahren erschienen von ihm drei Kinderbücher, außerdem wurden zahlreiche Geschichten in Anthologien veröffentlicht. Inspiriert wird er bei vielen Kindertexten von seinen beiden Kindern Kim-Michelle und Robin. Er lebt heute in Kirrweiler in der Pfalz und ist hauptberuflich Vertriebsmitarbeiter im medizinischen Softwarebereich. „Männerfang und Katzenjammer“ ist sein erster Roman im hnb-verlag.

    1. Auflage
    Ca. 220 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-944266-21-3
    € 13,90 (D) / € 14,90 (A) / sFr 20,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-22-0

  • Flamme der Seelen

    Flamme der SeelenMelanie Völker
    Flamme der Seelen -Dämmernebel

    Als der vierzehnjährige Elyjas ein Tor in die fremde Welt Shaendâra entdeckt, ahnt er nicht, dass sich sein Leben von nun an völlig verändern wird.
    Hineingeworfen in eine Welt voller Magie und Mystik, die von den grausamen Rak’Zhâr im Dienste des Schattens mit Krieg überzogen wird, begibt sich Elyjas auf eine gefährliche Mission. An seiner Seite stehen der Waise Andrûs und der Erzmagier Albwin.
    Gemeinsam mit weiteren Gefährten begeben sie sich auf eine gefährliche Mission, in eine Welt voller Mystik, in der Licht und Schatten jedes Einzelnen zuweilen verwischen. Hier müssen die Freunde immer wieder gegen neue Herausforderungen sowie ihre inneren Zweifel und Ängste ankämpfen und dadurch über ihre eigenen Grenzen hinauswachsen. Eine Geschichte über Mut und Tapferkeit, Freundschaft und Treue in einer fantastischen Welt.
    Print: 17,90 €
    E-Book: 11,99 €  

    Leseprobe

    Als Elyjas erwachte, lag er bäuchlings in einer Pfütze auf hartem Stein. Er fror. Keuchend stemmte er sich mit den Händen auf und hockte sich auf die Knie.

    Unmittelbar vor ihm zog sich ein schmaler See nach Osten, der als Fluss weiter ins Gebirge verlief. In der Ferne erkannte Elyjas schneebedeckte Gipfel. Von Westen her rauschte das Meer, dessen Wellen sanft gegen die Felsküste schwappten. Dazwischen wogte grünes Land, einsam und leer.

    Erst jetzt bemerkte Elyjas aus den Augenwinkeln den breiten, steinernen Torbogen, der sich hinter ihm mehrere Meter in den Himmel erhob und in dessen Mitte ein Symbol eingemeißelt war, das sehr viel Ähnlichkeit mit denen auf seinem Anhänger besaß. Raido, Reise, schoss es ihm in den Sinn. Elyjas runzelte die Stirn. Hatte er vielleicht einen magischen Durchgang entdeckt, ein Tor zwischen den Welten, wie er in manchen seiner Bücher beschrieben stand? Wenngleich er solche Geschichten gerne las, hatte er doch gewusst, dass solche Dinge frei erfunden waren. Schließlich war er ja kein Baby mehr. Aber wenn sie nun doch existierten? Welche Erklärung gab es sonst dafür, dass er hierher gelangt war, wo immer dieses „hierher“ auch sein mochte.

    Vorsichtig näherte er sich dem Bogen und tastete mit der Hand hindurch. Aber nichts geschah. Frierend schlang er die Arme um seinen Körper und blickte in den Himmel, wo dicke graue Wolken ihm baldigen Regen ankündigten. Hier konnte er nicht bleiben. Er brauchte einen Unterschlupf.

    Doch wohin sollte er gehen? Noch einmal sah er sich um. Nirgendwo konnte er eine Straße entdecken. Am besten folgte er erst einmal dem Fluss, entschied er und marschierte los. Seine durchweichten Schuhe und Strümpfe platschten bei jedem Schritt.

    Er war etwa zwei Stunden gelaufen, ohne irgendjemandem zu begegnen, als er zu einer schmalen hölzernen Brücke kam. Inzwischen hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet, und heftiger Regen prasselte auf Elyjas hernieder. Die Haare klebten ihm an der Stirn, und das Wasser lief so stark über sein Gesicht, dass er unentwegt blinzelte. Ihm war schrecklich kalt.

    Nach Norden wand sich ein schmaler, holpriger Pfad durch die Hügel, in südlicher Richtung wurde der Weg breiter und führte um das Gebirge herum. Elyjas konnte nicht erkennen, was hinter den Bergen lag, doch empfand er den Süden als vielversprechender, weil er glaubte, dort eher auf Menschen zu treffen, und so schlug er diese Richtung ein. Seine Finger und Zehen waren taub vor Kälte, und jeder Schritt fiel ihm schwerer. „Hallo?“, rief er immer wieder. „Ist da jemand?“ Doch die Worte wurden vom Wind verschluckt, und er bekam keine Antwort. Erschöpft schleppte er sich weiter bis zum Fuße der niederen Bergausläufer. Noch immer war nirgendwo ein Haus zu sehen, keine Möglichkeit, Schutz zu finden. Elyjas hustete stark, und seine Nase schniefte. Etwas höher gelegen glaubte er den Eingang einer Höhle zu erkennen. Vielleicht fand er dort Unterschlupf.

    Autorenvita

    Melanie Völker wurde 1980 in Dortmund geboren und lebt seit ihrer Kindheit in Schwerte. Schon früh begeisterte sie sich für phantastische Literatur, schrieb aber zunächst hauptsächlich Lyrik. Mit „Flamme der Seelen“ verwirklicht sie nun ihre Idee zu einer magischen Roman-Trilogie.

    1. Auflage
    326 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-943018-65-3
    € 17,90 (D) / € 18,90 (A) / sFr 27,50
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-66-0