• Verhängnisvoller Abgrund

    Verhängnisvoller Abgrund

    Verhängnisvoller Abgrund

    Jörg Reibert
    Verhängnisvoller Abgrund
    Er ist jung, gut aussehend und hat momentan eine Pechsträhne. Alexander Martin war in seiner Firma unersetzlich und wichtig. Doch nun ist er arbeitslos und dringend auf der Suche nach einem neuen Job. Warum hört er nichts zu den Bewerbungen, die er an Silke Rohrbach, die Mitarbeiterin der Personalabteilung, geschickt hat? Gerade eine Anstellung in ihrem Konzern hätte ihn besonders gereizt. Frustriert beginnt er, sie zu verfolgen und in ihr Privatleben einzudringen. Schließlich verstrickt er sich immer tiefer in die Geschichte und kommt Silke näher als geplant …
    Ein Krimi aus den Augen des Täters. Dem Leser öffnet sich ein verhängnisvoller psychopathischer Abgrund.
    Print 12,90 €
    E.Book  10,99 €

    Leseprobe

    Der folgende Abend war dämmrig genug für mein Vorhaben. Ich hatte mir ein schwarzes Hemd und eine dunkle Hose angezogen. Der Busch, an dem ich bereits gesessen hatte, würde mich verbergen. Dazu war das Gras an den Seiten hoch genug gewachsen, sodass ich mich völlig verstecken konnte. Ein bisschen kam es mir wie die Spielereien vor, die wir während der Bundeswehrzeit veranstaltet hatten. Mit Schminke im Gesicht und den Helm mit Gras und Moos getarnt waren wir durch die Wälder geschlichen, immer auf der Hut vor dem bösen Feind, der uns überfallen sollte. Dabei hatte ich feststellen können, wie gut in der Dämmerung graue Kleidung mit der Umgebung verschmilzt. Das wollte ich auch heute Nacht ausnutzen. Mein Fernglas hatte ich in die Tasche meiner Cargo-Hose geschoben. Diesmal würde ich nicht der harmlose Tourist sein, sondern auf den Schutz der Dunkelheit bauen. Für den Fall, dass jemand dumme Fragen stellte, hatte ich etwas Toilettenpapier eingesteckt und würde auf ein menschliches Bedürfnis verweisen. Das müsste sicherlich jeden von weiteren Nachforschungen abhalten.
    An meinem Zielort angekommen war alles perfekt für mich hergerichtet. Die Wohnzimmerfenster waren hell erleuchtet. Die anderen beiden Fenster lagen im Dunkeln, aber das war egal, da Silke Rohrbachs Figur sich hell und deutlich im Zimmer abzeichnete. Sie hielt ein mobiles Telefon ans Ohr und lief hin und her. Die Fenster waren zwar offen, von dem Gespräch konnte ich jedoch nichts mitbekommen, da die Entfernung zu groß war.
    Ich nahm mein Fernglas aus der Hülle und hielt es mir an die Augen. Sie war scharf zu sehen. Ich konnte ihre Gesichtszüge deutlich erkennen. Ihr schulterlanges braunes Haar trug sie diesmal offen. Eine Ähnlichkeit mit dem Klassenfoto war erkennbar.
    Da sie telefonierte, konnte ich ihr Minenspiel studieren. Manchmal lachte sie, manchmal wirkte sie nachdenklich. Dadurch, dass sie permanent hin und her lief, bekam ihr Ausdruck bisweilen etwas Gehetztes. Ich war sehr zufrieden.
    Der nächste interessante Aspekt war, dass ich Einblick in ihre Wohnung erhielt. Zwar konnte ich nur den oberen Teil des Wohnzimmers erkennen, aber immerhin. Auf der linken Seite des Zimmers stand ein Vitrinenschrank. Seinen Inhalt konnte ich nicht erkennen. Rechts stand offensichtlich eine Couch an der Wand, auf die sie sich ab und zu niederließ. Neben der Couch stand ein mannshoher Ficus. Ein paar größere Bilder hingen an der Wand, scheinbar gerahmte Kunstdrucke, die ich jedoch nicht zuordnen konnte. Alles in allem machte das Zimmer einen hellen, aufgeräumten und gemütlichen Eindruck. Die Bewohnerin passte dazu.
    Mir wurde klar, dass ich auch mit längerer Beobachtungszeit nicht viel mehr Informationen über sie gewinnen würde. Die Vorstellung, sie leichtbekleidet durch die Wohnung spazieren zu sehen fand ich zwar nicht uninteressant, das war jedoch nicht das, was ich beabsichtigte. Was ich wollte, waren mehr Informationen über sie als Person.

    Autorenvita

    Jörg Reibert wurde 1972 in Braunschweig geboren. Er studierte Maschinenbau und promovierte später im Fach Technikgeschichte. Heute arbeitet und lebt er mit seiner Familie in Bamberg. Der Roman „Verhängnisvoller Abgrund“ ist sein belletristisches Debüt.

    1. Auflage
    188 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-943018-61-5
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 18,50
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-62-2

  • Milly Perle und das Geheimnis…

     

    Milly Perle und das Geheimnis der griechischen Halbinsel

    Milly Perle

    Sina Noschke/Britta Reinhard
    Milly Perle und das Geheimnis der griechischen Halbinsel

    Endlich ist es wieder so weit, und Milly Perle fährt mit ihrer Familie in den Urlaub. In diesem Jahr geht es nach Griechenland auf die Halbinsel Chalkidiki.
    Als Milly am Strand sitzt und auf das Meer hinausschaut, erblickt sie einen Sandstrahl am Horizont. Er kommt direkt auf sie zu und umkreist sie einige Male. Dann hebt er Milly sanft hoch in die Luft und bringt sie auf die Sandburginsel Amos. Dort lernt sie die Sandburgfee Penelope kennen und begibt sich mit ihr auf eine spannende Abenteuerreise. Können die beiden die vielen Herausforderungen, die sich ihnen stellen, meistern?
    Dieses Buch enthält neben den spannenden Abenteuern von Milly und Penelope eine Reihe von Mitmach-Aufgaben, Rätseln und Spielen, die den kleinen Leserinnen das Land und die Menschen der griechischen Halbinsel Chalkidiki näherbringen. Für Mädchen ab 8 Jahren.
    Print 14,90€ 
    E-Book:  9,99 €

    Leseprobe

    Nach dem Mittagessen gehen sie auf ihr Zimmer und packen ihre Badesachen. Milly stopft schnell Handtücher, Schnorchel, Sonnencreme, ein Buch, die Sonnenbrille und Badelatschen in ihre Strandtasche. Am Strand angekommen suchen sie sich einen Platz ganz nah am Wasser. Papa stellt die Sonnenschirme auf, damit keiner einen Sonnenbrand bekommt. Mama reibt alle mit Sonnencreme ein.
    „Darf ich schwimmen gehen?“, fragt Sven.
    Mama entgegnet: „Warte, ich komme mit.
    „Ich kann das auch alleine, weil ich gut schwimmen kann.“
    „Nein, Sven. Nicht ohne Mama oder Papa.“ Papa spricht sehr ernst. Da wagt Sven keine Widerrede.
    Milly möchte noch nicht ins Wasser. Sie setzt sich am Strand in den Sand und schaut auf das Meer hinaus. Links von ihr tobt eine Gruppe von Jungen im Wasser. Sie schreien wild herum und bespritzen sich gegenseitig mit Wasser. Etwas weiter paddeln zwei Mädchen mit einem Schlauchboot umher. Irgendwie kommen sie gar nicht vorwärts. Doch dann kommt ein Erwachsener und erklärt ihnen, wie man das macht. Auf der rechten Seite bauen gerade Kinder eine Sandburg. Die sieht aber nicht gerade schön aus, denkt sich Milly. Nun schaut sie auf das offene Meer hinaus.

    Plötzlich sieht sie am Horizont einen Sandstrahl. Was macht denn bitte ein Sandstrahl auf dem offenen Meer? Er tanzt hin und her, mal langsam und mal schnell. Auf einmal bleibt er still stehen, dann kommt er direkt auf Milly zugeflogen. Er umkreist sie einige Male und hebt sie sanft hoch in die Luft. Milly zittert am ganzen Körper. Vorsichtig trägt der Sandstrahl sie weg vom Strand hinaus aufs Meer.
    Nach kurzer Zeit entdeckt Milly eine Insel. Der Sandstrahl wird langsamer und setzt sie vorsichtig am Strand ab.
    „Oje“, flüstert Milly, „wo bin ich nur?“
    Sie blickt sich um, kann aber niemanden sehen.
    Auf einmal steht ein Mädchen mit dunkelbraunen, lockigen Haaren vor ihr. „Hallo Milly.“
    „Hallo“, antwortet Milly vorsichtig.
    „Ich bin Penelope, eine Sandburgfee. Du musst dich nicht fürchten, es ist alles in Ordnung. Komm mit, ich zeige dir die Sandburginsel Amos.
    “Milly nickt zaghaft. „Das kommt mir irgendwie bekannt vor.“

    „Ja, ich weiß. Du hast im letzten Jahr die Blumenfee Aurora auf der Blumeninsel Silania besucht und mit ihr ein paar Abenteuer erlebt.“ Penelope lächelt Milly zu und nimmt sie an die Hand. Gemeinsam gehen sie über eine große Düne.

    Plötzlich taucht eine riesige Sandburg vor Milly auf. Sie ist von einem großen Fluss umgeben. Auf der linken Seite der Sandburg befindet sich ein großer Palmengarten. Zwischen den Palmen tummeln sich unzählige Grünpflanzen. Auf der rechten Seite sieht Milly einen großen Wasserfall, der von einer herrlichen Wiese mit ganz vielen bunten Blumen und verschiedenen Gräsern umgeben ist. Es sieht aus, als wäre die Sandburg mitten in einer Oase gebaut worden. Milly ist sprachlos.

    Autorenvita

    Mit vielen spannenden Geschichten begleitete Sina Noschke ihre Tochter durch die Kindheit. Nun möchte sie auch andere Kinder mit ihren Abenteuern verzaubern und in die Welt der Fantasie verführen. Sina Noschke lebt mit ihrer Familie in Berlin.

    Britta Reinhard ist in Dortmund aufgewachsen und hat in den Niederlanden Illustration studiert. Nach dem Abschluss zum Bachelor of Design kehrte sie nach Deutschland zurück und lebt und arbeitet seitdem als freie Illustratorin in Lünen.

    1. Auflage
    48 Seiten, Großformat (A4)
    Softcover, Klebebindung
    Illustrationen: Britta Reinhard
    Print:
    ISBN 978-3-943018-67-7
    € 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 22,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-68-4

     

  • Santiagos Kick

    Santiagos KickSantiagos Kick

    Santiagos Kick

    Miriam Baltzer
    Santiagos Kick

    Von einem Tag auf den anderen wird das Leben des fünfzehnjährigen Jungen Santiago völlig auf den Kopf gestellt. Aufgewachsen in einem Vorort von Buenos Aires ist seine größte Leidenschaft das Fußballspielen. Doch als seine Eltern sterben, muss er sein geliebtes Dorf verlassen und zu seiner Tante nach Deutschland ziehen.

    Von nun an ist nichts mehr, wie es einmal war. Santiago erfährt, dass sein Vater gar nicht sein Vater war, in der Schule scheitert er, und eine Gang von älteren Jungen macht ihm das Leben zur Hölle. Schließlich wird er auch noch in Drogengeschichten hineingezogen …

    Wird das Fußballspielen Santiago bei der Bewältigung seiner Probleme helfen?

    Print:  12,90 € 
    E-Book:  11,99 €

    Leseprobe

    „Frau Walz? Spreche ich mit Frau Anna Walz?“

    Die dicken Falten am Kinn des Botschafters wackelten wie Pudding, wenn er den Kopf bewegte. Die Glatze des Mannes erinnerte Santi an eine Bowlingkugel, so glatt und glänzend, dass man sein Gesicht darin spiegeln konnte.
    „Hier spricht Engelmann von der deutschen Botschaft in Buenos Aires, Argentinien.“
    Das Hemd des Botschafters klebte unter den Achseln dunkel auf der Haut. Der Knopf seiner Hose wackelte auf dem Bauch hin und her, und Santi war sich nicht sicher, ob er die Dauer des Gesprächs überstehen oder noch vorher zu ihm über den Boden herüberkullern würde.
    „Frau Walz, ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Schwester vorgestern Abend verstorben ist.“

    Die auffällige rote Narbe am Kinn des Mannes leuchtete frisch. Vielleicht hatte sie ihm ja ein anderer Klient zugefügt, den er auch so lange hatte warten lassen wie ihn. Santi konnte die Langsamkeit des Mannes, die alles im Raum zu lähmen schien, kaum mehr ertragen. Trotz der Wichtigkeit der Lage drohte Santi einzuschlafen – so wie früher im Unterricht. Der Lehrer hatte plötzlich die Stimme erhoben, und Santi war aus dem Schlaf hochgeschreckt. Alle um ihn herum hatten sich augenblicklich gerade hingesetzt. „Manchmal bedarf es wohl eines Tempowechsels, um euch wachzurütteln“, hatte der Lehrer gesagt.

    Mal sehen, ob das bei dem Typen auch klappt, dachte Santi und sprang vom Stuhl auf. „Was sagt sie?“
    Der Botschafter zuckte zusammen, und der Hosenknopf wackelte gefährlich. Seine dunklen Schlitzaugen funkelten Santi ärgerlich an. Er drehte den Schreibtischstuhl zur Seite, den Blick demonstrativ von Santi weg auf die gegenüberliegende Seite gerichtet.
    „Das ist noch nicht alles, Frau Walz. Fernando Alvarez, Ihr Schwager, ist ebenfalls tot. Er ist gestern mit dem Auto gegen einen Baum gefahren.“
    Santi versuchte, sich Anna am anderen Ende der Leitung vorzustellen. Er konnte sich nicht mehr an ihr Gesicht erinnern. Das letzte Mal, als er sie gesehen hatte, hatte er sich noch für Flugzeuge interessiert und Spielzeugautos in einem kleinen Koffer mit auf die Reise nach Deutschland genommen. Jetzt stand er hier in dem miefigen Büro und versuchte, nicht daran zu denken, was das Telefongespräch für seine Zukunft bedeuten könnte.
    „Frau Walz, Sie sind die einzige noch lebende Angehörige des gemeinsamen Sohnes der Familie, Santiago Luiz Alvarez. Es wäre notwendig, sich über den Verbleib des Jungen zu unterhalten.“
    Es klang, als wäre es ihm eine Last. Tut mir leid, dass ich dich von einem Nachmittag bei Rotwein und einem saftigen Steak abgehalten habe, dachte Santi. Pech gehabt, es gibt mich noch. Ein Überbleibsel der Familie Alvarez.
    „Die Eltern haben ein Testament hinterlassen. Dort ist der Wunsch geäußert, dass Santiago bei Ihnen leben soll.“

    Nun wusste Anna, was Sache war. Santi stellte sich vor, wie sie zu Hause auf dem Sofa saß, fernsah oder ein Buch las und dann diesen Anruf bekam. Das Leben im Gleichgewicht – und eine Minute später kam alles durcheinander.
    „Sie will dich sprechen.“ Der Dicke hielt ihm den Hörer hin und drückte sich mit beiden Armen an den Stuhllehnen nach oben. Der Bauch fuhr an der Tischkante entlang und quetschte ein Blatt Papier zwischen sich und dem Rand des Schreibtisches ein. Mit einem schmutzigen Stofftaschentuch wischte er sich über die Stirn und schob es dann umständlich zurück in die Hosentasche. Dann schlurfte er aus dem Raum. Das Papier, das an seinem feuchten Bauch kleben geblieben war, segelte zu Boden.

    Autorenvita

    Miriam Baltzer, geboren 1978, lebt mit ihrer Familie in Ludwigsburg und ist nach dem Studium der Sportwissenschaften als Pädagogin tätig. Die Geschichten der Jugendlichen, die sie in den letzten Jahren begleitet hat, und ihr Bezug zum Sport haben sie zu ihrem Roman inspiriert.

    1. Auflage
    200 Seiten
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-944266-29-9
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 18,50
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-30-5


  • Kater Leo will fliegen lernen

     

    Kater Leo will fliegen lernen

    Kater Leo will fliegen lernen

    Sandra Rehschuh
    Kater Leo will fliegen lernen
    Kater Leo möchte gerne fliegen lernen. Natürlich sind ihm keine Flügel gewachsen. Was macht also ein schlauer Kater? Er sucht sich einen Vogel, der es ihm irgendwie beibringen kann. Doch Leo hat kein Glück. Es ist schon mitten im Herbst, Weihnachten kommt bald, und der einzige Vogel, den Leo trifft, ist die kleine, verwaiste Schwalbe Susi. Dummerweise kann auch sie nicht fliegen. So begeben sich die beiden auf die Suche nach jemandem, der ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen kann. Dabei treffen sie auf eine taube Katze namens Trine und die Gans Abigail, die Leo eigentlich gerne als Braten unter dem Weihnachtsbaum vernaschen würde. Werden sich Leo und Susi ihren Traum erfüllen können? Endet Abigail wirklich als Festmahl? Und was wird aus der tauben Trine? Eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt für Groß und Klein, in der auch kleine Wunder nicht fehlen dürfen.Kater Leo möchte gerne fliegen lernen. Natürlich sind ihm keine Flügel gewachsen. Was macht also ein schlauer Kater? Er sucht sich einen Vogel, der es ihm irgendwie beibringen kann. Doch Leo hat kein Glück.

    Print:  von 10,90 €  auf 4,90 €
    E-Book  3,99 €  

    Leseprobe

    „Na, schaust du wieder den Vögeln hinterher? Sie sammeln sich, werden bald abfliegen.“
    Mein Frauchen. Sanft streichelt sie mir über den Kopf.
    „Ach, muss das herrlich sein, fliegen zu können!“, stellt sie lachend fest und öffnet mir das Fenster.
    Fliegen. Ja, das muss wunderbar sein. Aber ich kann es nicht. Mir sind keine Flügel gewachsen. Leider.
    Ich blicke nach unten. Wir leben weit oben. In der dritten Etage. Ich kann nicht herausstürzen und meine Freiheit genießen. Keinen weiten Sprung unternehmen, um zu testen, ob ich nicht vielleicht doch fliegen kann. Der Baum steht nicht weit weg. Zehn oder fünfzehn Katzenlängen. Nicht mehr. Aber doch unerreichbar. Wäre doch nicht dieser tiefe Abgrund dazwischen!
    „Was überlegst du denn?“
    Was soll ich denn schon überlegen? Wie ich da hinüberkomme. Wie ich mit Ihnen mitfliegen kann! Darum drehen sich meine Gedanken! Du kannst es nicht verstehen. Du bist keine Gefangene, du bist nicht immer eingesperrt in diesen vier Wänden. Du gibst mir alles, ja. Fressen, einen warmen Schlafplatz, deine Liebe. Aber das ist nicht das, was ich brauche. Ich brauche die Freiheit! Ich bin ein Kater! Keine Rassekatze, die man irgendwo einsperren kann. Nein, ich bin ein Hauskater, ein Kater, der dazu geschaffen ist, Mäuse zu fangen. Und wenn das schon nicht möglich ist, weil es in diesem Haus keine Mäuse gibt, dann lass mich doch wenigstens hinaus. Lass mich durch die Straßen laufen, ein Feld suchen, mit dem herabfallenden Laub spielen. Kannst du das nicht verstehen?
    Sie will das Fenster schließen. „Komm, Leo. Komm rein. Es wird kalt.“
    Na und? Ich habe ein Fell. Mir ist nicht kalt. Mir wird auch nicht kalt werden. Versprochen.
    Sie drückt gegen den Rahmen. „Jetzt komm schon“, drängt sie. „Ich habe keine Zeit mehr. Ich muss zur Arbeit, dir dein Futter verdienen. Oder willst du heute Abend hungern?“
    Ich habe keinen Hunger mehr. Von mir aus braucht es auch nie wieder etwas zu fressen geben. Es ist mir egal.
    Ich lasse den Schwanz hängen, springe von der Fensterbank herunter. Heute Abend werden meine Freunde nicht mehr da sein. Ihr „wit-wit“ fehlt mir jetzt schon. Bis zum Frühjahr. Eine lange Zeit. Viel zu lang für ein Katerleben.

    Autorenvita

    Sandra Rehschuh, geboren 1984 in Pirna in der Sächsischen Schweiz, lebt heute mit ihrem Sohn und ihrem Lebensgefährten in Dresden. Zu der kleinen Familie gehört auch Stubenkater Leo, der oft sehnsüchtig am Fenster sitzt und die Vögel beobachtet. Er inspirierte die Autorin zu ihrem Buch „Kater Leo will fliegen lernen“.

    1. Auflage
    118 Seiten
    Farbillustrationen
    Softcover, Klebebindung
    Illustrationen: Corinna Walch
    Print:
    ISBN 978-3-944266-09-1
    € 10,90 (D) / € 11,90 (A) / sFr 15,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-10-7

  • Die Jagd nach dem magischen Lexikon

     

    Die Jaagd nach dem magischen Lexikon

    Die Jagd nach dem magischen Lexikon

    Sabine Kampermann
    Die Jagd nach dem magischen Lexikon
    In der Trollwelt herrschen chaotische Zustände, seit die Trolle verflucht wurden und nicht mehr lesen dürfen. Trollmädchen Sofia ist verzweifelt: Sie liebt Bücher, und für sie gibt es nichts Besseres als gute Geschichten. Um ihre geliebte Großmutter Piranhia von dem Fluch zu befreien, muss sie das magische Lexikon finden und dem jungen, einsamen Genie Albert, dem das Lexikon gehört, acht Wünsche erfüllen.
    Mithilfe der Wünsche lernt Albert den Wert von Freundschaften kennen und freundet sich ausgerechnet mit seinem Todfeind Sebastian an. Die unvorhersehbaren Nebenwirkungen der Wünsche bewirken allerdings, dass Alberts schwangere Mutter überstürzt ins Krankenhaus gebracht werden muss. Der letzte noch verbliebene Wunsch stellt Albert vor die Wahl: Mutter oder Kind? Findet Albert durch die Hilfe seiner neuen Freunde einen Ausweg? Eine märchenhafte Geschichte für junge Leser ab 8 Jahren.
    Print:  12,90 €
    E-Book: 7,99  €  

    Leseprobe

    Sofia blickte zuerst auf den Buchdeckel, danach auf den wachsenden Türspalt. Die Tür knarrte und wehrte sich, doch auf Dauer vergeblich. Der Spalt wuchs unaufhaltsam. Das Licht einiger Glühwürmchen fiel hindurch.

    Sofia sah etwas, vielmehr ein Wesen. Trollfell schimmerte grün durch den Spalt. Sie zitterte. Kein Troll durfte sie beim Lesen erwischen! Nur das nicht! Sie fasste sich an den Hals und massierte ihn. Das letzte Stück Papier rutschte ihre Speiseröhre hinunter. Sie japste nach Luft, schluckte zu viel und rülpste. Eine Klaue hielt sie sich vor das Maul und erstickte damit den Rülpslaut, mit der anderen rieb sie ihren Bauch. Ihr Blick ging zum Buch. Die Schatzinsel bannte sie, sie konnte sich kaum bewegen.
    Ganz langsam schaffte sie es, wenigstens ihre Beine auszustrecken. Noch ein paar Zentimeter weiter, dachte sie und drückte die Knie durch.
    In diesem Augenblick betrat eine anbetungswürdig warzige Gestalt ihr Versteck.
    »Umma«, hauchte Sofia. Sie bewunderte die pelzige alte Trollin mehr als jeden anderen Troll auf der Welt. Wie gerne schaute sie in Umma Piranhias Gesicht! Unzählige Warzen in den unterschiedlichsten Formen und Farbschattierungen schmückten es. Umma konnte mehr davon vorweisen als Ödnis und der Trollchef zusammen. Sofia zierten nur wenige, völlig farblose Warzen, leider. Diese verdienten den Namen Warze nicht einmal.
    Sie seufzte und starrte Umma weiterhin anerkennend an. Ein besonders prachtvolles blaues Warzenexemplar prangte mitten auf Piranhias breitem, knolligem Riechkolben. Ein Lauschlappen lugte aus dem dichten koboldblauen Haar hervor, welches durch den Staub in den Höhlen eher grau wirkte – nicht wegen ihres Alters, wie Piranhia stets betonte. Blau leuchtete nur ihr selbstgenähter Kittel, der ihr Fell vor Haarausfall und Verschmutzung schützte. Sofia konnte sich nicht sattsehen. Die haarigen Klauen schmückten lange, scharfe Krallen, und Ummas runde Augen leuchteten gelbgrün.
    Sofia betrachtete ihre eigenen Stummelkrällchen und seufzte noch einmal. Nie würde sie so eindrucksvoll aussehen wie Piranhia. Sie galt als die unscheinbarste Trollin der gesamten Trollheit. Ihren Oberkörper zierte kein Pelz – abgesehen vom Rücken, und den verdeckte ihr Hemd.
    Fast neidisch berührte sie Ummas glänzendes Fell, das selbstverständlich den ganzen Leib bedeckte, und stöhnte. Sofias runden, meerblauen Augen fehlte jegliche Trollhaftigkeit, zudem beschämten ein solch kleiner Riechkolben und mickrige, kaum abstehende Lauschlappen ansonsten keinen ihrer Artgenossen. Niemand schenkte ihr Beachtung. Sie glich einem Menschen. Das hatte ihre Mutter bereits bemerkt, als Sofia noch zu den Kleintrollen gehörte. Seitdem wünschte sie sich, wenigstens einmal in ihrem Leben einen Menschen zu sehen.
    »Ja, ich bin es, deine Umma. Dass du dich überhaupt noch an mich erinnerst! Wolltest du mich nicht besuchen, oder gilt das erst für nächstes Jahr?«
    »Ups!« Mehr brachte Sofia nicht heraus. Den Besuch hatte sie über der Schatzinsel völlig verschwitzt. Nie zuvor hatte sie Umma vergessen. Eher versäumte sie zu schlafen, zu essen oder den Gutenmorgenrülpser.

    Autorenvita

    Sabine Kampermann schreibt fantastische Kinderbücher, jedoch nicht ausschließlich. So wurde sie unter anderem für den Agatha-Christie-Preis sowie für mehrere Kurzgeschichtenpreise nominiert. In ihren Geschichten erweckt sie nicht nur Trolle zum Leben, sondern auch Wollmäuse, sprechende Türen, festgerostete Erdachsen und Drachenvegetarier mit Haifischgebiss.
    „Die Jagd nach dem Magischen Lexikon“ wurde vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg mit einem Arbeitsstipendium ausgezeichnet.

    1. Auflage
    190 Seiten
    Farbillustrationen
    Softcover, Klebebindung
    Illustrationen: Jan Hillen
    Print:
    ISBN 978-3-944266-11-4
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 18,50
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-12-1

     

  • Was geht denn hier ab?

     

    Was geht denn hier ab?

    Was geht denn hier ab?

    Dierk Rohdenburg
    Was geht denn hier ab?

    Was geht denn hier ab? Das fragt sich die vierzehnjährige Anna. Bis vor wenigen Monaten ist ihr Leben ganz normal verlaufen – in einer Familie mit Mutter und Vater und ihrem großen Bruder Ben. Doch seitdem sich ihre Mutter in eine Frau verliebt hat, hat sich schlagartig alles geändert. Zuerst die Trennung der Eltern, dann der Umzug, und dann geht auch noch Ben mit der Mutter wegen deren Geliebter auf offene Konfrontation.
    Anna schlägt sich mit vielerlei Problemen herum: Was heißt das überhaupt, lesbisch zu sein? Kann man das etwa erben? Und dann diese Kanalratten unter dem Rost im Hof: was, wenn sie eine Invasion ins Haus planen?
    Doch dann gibt es einen Lichtblick, als sie den Hobbyfotografen Lorenz kennenlernt …
    Eine turbulente Geschichte aus dem Leben eines eigentlich ganz normalen vierzehnjährigen Mädchens.Was geht denn hier ab?
    Print: 10,90 €  
    E-Book:  7,99 €  

    Leseprobe

    Weil Ben bei uns wohnen bleiben muss, hat er sein Zimmer zum Sperrgebiet erklärt. „Hier kommt keine Barbara und schon gar keine Maike rein.“ Barbara ist meine Mutter. Seitdem Ben weiß, dass sie sich in Maike verliebt hat, nennt er sie nur noch mit Vornamen. So, als ob sie dann nicht mehr seine Mutter ist. Ich finde das blöde. Der tut irgendwie, als ob lesbisch sein was Schlimmes ist. Als ob man dann seine Verwandtschaft auflösen könnte. So ein Schwachsinn. Bei mir ist Mama immer noch Mama. Ich könnte sie nicht mit dem Vornamen anreden. Außerdem habe ich sie weiter lieb. Klar. Und ich bin schließlich weiter ihre Tochter.
    Na ja, Ben schließt jetzt immer sein Zimmer ab. Meine Mutter darf die frische Wäsche nur vor der Tür ablegen. Was sie auch tut, obwohl Maike ihr vorwirft, dass sich Mama von ihrem Sohn terrorisieren lässt. „Soll er seine Wäsche doch selber waschen und bügeln“, hat sie gesagt. „So wird der nie selbstständig.“
    Ich habe es nur zufällig gehört, weil ich gleich nebenan auf dem Klo saß.
    „Er ist immer noch mein Sohn“, hat meine Mama argumentiert.
    „Das wird er auch bleiben, wenn du ihm nicht alles hinterherräumst. Aber er ist sechzehn Jahre alt. Und wenn er sich nicht an Regeln hält, muss er eben Konsequenzen erfahren.“
    Mama hat darauf nur geseufzt, und ich habe die Spülung betätigt, weil ich keine Lust hatte, mir das alles weiter anzuhören. Als ich in den Flur kam, hat es nach Zigaretten gestunken. Wie so oft in letzter Zeit. Seit dem „Coming-out“ hat Mama wieder mit dem Rauchen angefangen. „Ich habe es sowieso nur wegen Papa aufgegeben“, sagt sie.
    So ganz glauben kann ich ihr das nicht. Vielleicht liegt es auch an Maike. Die qualmt den ganzen Tag lang. Selbstgedrehte mit Filter. Macht Mama jetzt auch, dabei hat sie früher immer die Marlboro lights aus dem Automaten gezogen. Das ist aber schon drei Jahre oder so her. Eben seit Papa auch beschlossen hatte, nicht mehr zu rauchen.
    Ich halte also vor dem Haus, in dem Mama, Ben und ich seit vier Wochen wohnen. Das Rad muss man hier immer in den Schuppen bringen, damit es nicht geklaut wird. Sagt zumindest der Hausmeister Herr Gollwitzer.
    Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das Viertel so kriminell ist. Nebenan wohnen eigentlich nur Spießer. Alte Omas mit Dauerwelle, denen schon der Mann weggestorben ist. Die hängen immer am Fenster und starren hinaus. Oder sie stehen auf ihrem Balkon und zupfen an ihren Geranien herum.
    „Dieses Jahr wollen sie einfach nicht richtig blühen.“
    „Das liegt an der großen Hitze. Das können die gar nicht ab.“
    „Ja, das mag sein. Dabei gieße ich sie morgens und abends. Und ich zupfe die vertrockneten Blüten immer vom Stängel.“
    „Das tue ich auch. Aber sehen Sie mal: meine Begonien. Die sind schöner als im vergangenen Jahr geworden.“
    Irgendwann wissen sie nicht mehr, worüber sie sich unterhalten sollen. Das mit den Blumen haben sie sich ja schon gestern und vorgestern erzählt. Dann stehen sie da, seufzen, zupfen weiter, bis sich eine abwendet und nach drinnen geht. „Ich werde mal wieder was tun. Die  Wäsche wartet.“
    Später hängen drei Kittel am Bügel auf der Balkonwäscheleine, und ich könnte schwören, dass die da erst gestern gehangen haben. Ist eben ein arbeitsreiches Leben, das Leben der alleinstehenden Hausfrau. So hart, dass man drei Kittel am Tag verbraucht …
    Na ja, ich gehe also durch den Keller und trete auf den Hof, als ich es plötzlich quieken höre. Tierisch hoch. Wie in großer Panik. Hektisch sehe ich mich um. Was geht hier ab? Da entdecke ich sie: Ratten. Unter dem Gitterrost mitten auf dem Hof. Wie viele? Ich mag gar nicht genau hinschauen. Aber zwei sind es bestimmt. Vorsichtig gucke ich noch mal hin, sehe die langen, nackten Schwänze und Gewusel unter den Eisenstangen.
    Was, wenn die jetzt rauskommen? Mir wird schlecht bei der Vorstellung: Zwei halbverhungerte Ratten drücken das Abflussgitter hoch, flitzen über die Steinplatten, verbeißen sich mit ihren scharfen Zähnen in meine Zehen und beginnen zu knabbern. Erst die Nägel, dann die Haut. Ich versuche, sie abzuschütteln, doch sie hängen fest, werden an meinem Fuß durch die Luft geschleudert, lassen einfach nicht los.

    Autorenvita

    Dierk Rohdenburg, geboren 1966 in Bremen, studierte Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften und Kulturwissenschaft an der Universität in Bremen. Im Alter von 29 Jahren veröffentlichte er sein erstes Jugendbuch. Seitdem sind in loser Reihenfolge zahlreiche Kinderkrimis, Jugendromane und Bücher für Erwachsene erschienen.
    Das Schreiben ist seit vielen Jahren sein Hobby. Schon als Jugendlicher begann er, Kurzgeschichten zu verfassen. Im Jahr 1992 bekam er das Autorenstipendium des Landes Bremen, 1995 veröffentlichte er seinen ersten Jugendroman.  Rohdenburg lebt in Bremen. Hauptberuflich ist er Redaktionsleiter einer Lokalzeitung im niedersächsischen Umland der Hansestadt.

    1. Auflage
    160 Seiten
    Schwarzweiß-Illustrationen
    Softcover, Glanzeinband, Klebebindung
    Illustrationen: Jan Hillen
    Print:
    ISBN 978-3-943018-40-0
    € 10,90 (D) / € 11,90 (A) / sFr 15,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-944266-02-2

  • Een Schnäpperkin löst de Zunge

    Een Schnäpperkin löst de Zunge

    Een Schnäpperkin löst de Zunge

    Dietrich Novak
    Een Schnäpperkin löst de Zunge
    Vergnügliches vom Stammtisch rund um die Berliner Redensarten und Sprüche Ortsteil Wedding

    In einer typischen Alt-Berliner Kneipe treffen sich jeden Mittwoch vier Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Hotte ist Witwer, Jünne geschieden, Helmut verheiratet und der ewige Junggeselle Manne lässt es sich im Hotel Mama gut gehen. Was sie verbindet, ist die Liebe zu ihrer Geburtsstadt Berlin und besonders zum Stadtteil Wedding, in dem sie aufgewachsen sind und wo sie alle noch wohnen.
    Begeben Sie sich auf eine vergnügliche Zeitreise und lassen Sie sich vom Berliner Humor gefangen nehmen, der durchaus wehmütige Untertöne haben kann, aber immer frech, bisweilen sogar etwas respektlos, aber nie wirklich böse gemeint ist. Genießen Sie informative Unterhaltung rund um den Berliner Dialekt und dessen Ursprünge zum Kennenlernen, Schmunzeln und Erinnern.
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    E-Book:  9,99 €   

     

    Leseprobe
    „Mensch, Hotte, wir dachten schon, du kommst nich’“, klang es vielstimmig an diesem Mittwoch.
    „Tut ma leid, ick bin vor de Glotze einjenickt und hab’ vapennt.“
    „Na, nu’ biste ja da“, sagte Helmut. „Willste ooch’n Bräßering?“
    „Wat will ick?“
    „Na, `nen Bräßering, Brathering uff Englisch.“
    „Sach ma’, du willst wohl’n ollen Mann vaäppel’n? Seit wann quatschst du denn perfekt auswärts? Und du willst ma doch nich’  weismachen, dat wa hier welche kriejen?“
    „Wenn icks dir sage. Als ick letzet Mal `ne Stange Wasser in de Ecke jestellt habe, bin ick bei Erna an de Küche vorbeijekommen. Und die hat mir erzählt, dass se am Wochenende Heringe brät. Erna, haste Bratheringe oder nich’?“
    „Klah, wie ville Kilo willsten?“, rief Erna von der Theke aus herüber. „Wart ma’, ick komme.“
    „Mensch, Erna, ick bin ja hin und wech“, sagte Hotte wenig später zu der dicken Wirtin. „Haste da wirklich die Arbeet jemacht oder nur’n paar Büchsen uffjemacht?“
    „Von wejen, selbst jebraten und einjelecht. Inzwischen sind se schön durchjezogen. Ihr könnt’ ooch frische Bratkartoffeln dazu ha’m. Nur müssta euch in den Nichtraucharaum bemüh’n. Nich’ dasser ma de Teller mitsamt de Jrät’n untern Tisch schmeißt, wenn eener nach Ordnungsamt riecht.“
    „Is jebongt, Erna“, sagte Hotte. „Für mir mit Bratkartoffeln und schön ville Bollen.“
    „Ja, für mir ooch“, fügte Jünne hinzu.
    „Ick nehme se nur mit Brot, und mit wenich Zwiebeln“, meldete sich nun Helmut.
    „Du hast wohl Angst, dass de von deine Karin ausquartiert wirst, wejen Platzkonzert und so?“, meinte Hotte.
    „Das hast du ja nicht nötich. Du weeßt ja, wo deine Holde liegt, nämlich uff’m Friedhof. Und damit jeht’s dir besser als so manch eenem.“
    „Stimmt, aber ick wär trotzdem froh, wenn ick se noch hätte. Und du, Manne? Leistest de uns nur Jesellschaft? Denn wahrscheinlich macht da Muttern selbst welche.“
    „Nein, leider nicht. Sie meint, danach stinkt die Wohnung noch tagelang. Und außerdem sind die aus der Büchse heute auch schon ganz gut.“
    „Find ick nich’. Et jeht nischt über selbst jemachte“, sagte Jünne. „Na denn kommt Jungs, jeh’n wa in de sterile Bude rüber, wenichstens darf ma da noch sein Bier saufen.“
    Gesagt, getan, die vier ließen es sich gut schmecken und kamen danach wieder an ihren Stammtisch zurück.
    „Nu werd’ ick da ooch ma’ wat frag’n“, sagte Hotte zu Helmut. „Weeßte, wat’n Pacheidel is’?“
    „Nee, aber du wirst es mir bestimmt gleich sagen.“

    Autorenvita

    Als typisches Kind der fünfziger Jahre galt Dietrich Novaks Interesse schon immer dem Film, den schönen Künsten und seiner Heimatstadt Berlin. In reiferen Jahren erhielt er die Möglichkeit, sich einen Traum zu erfüllen und selbst als Schauspieler auf der Bühne zu stehen. Schon bald schrieb er eigene Theaterstücke, die allesamt zur Aufführung kamen. Nebenher verfasste er Romane und Drehbücher, in denen er seiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Heute konzentriert er sich hauptsächlich auf das Schreiben. Er beschäftigt sich auch gerne mit der jüngsten Vergangenheit und hält mitunter einen nostalgischen Rückblick auch auf das eigene Leben. Seine Liebe gilt den fünfziger Jahren mit ihrem Wirtschaftswunder. Als Maler kann er auf diverse erfolgreiche Einzel- und Gruppenausstellungen zurückblicken.

    1. Auflage
    110 Seiten
    Schwarzweiß-Illustrationen
    Softcover, Glanzeinband, Klebebindung
    Illustrationen: Rudolf Schuppler
    Print:
    ISBN 978-3-943018-22-6
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 19,80
    E-Book (PDF):
    ISBN 978-3-943018-23-3

  • Scharf jeschnitten und spitz jequatscht

    Scharf jeschnitten und spitz jequatscht

    Scharf jeschnitten und spitz jequatscht

    Dietrich Novak
    Scharf jeschnitten und spitz jequatscht
    Plaudereien beim Friseur rund um die Berliner Sprüche und Redensarten Ortsteil Moabit
    Am Montagnachmittag bleibt der „Salon Marina“ in Berlin-Moabit für die Kundschaft geschlossen. Denn da empfängt die Inhaberin ihre drei Freundinnen, die vom Alter und in ihrer Wesensart sehr unterschiedlich sind. Zwei der Damen sind Urberlinerinnen, wie Marina auch, die andere ist zwar zugereist, aber längst gefühlte Berlinerin. In entspannter Atmosphäre macht Marina ihnen die „Haare krumm“. Bei Kaffee und Kuchen plaudern die vier über die großen und kleinen Sorgen, wobei natürlich auch die Männer ihr Fett wegbekommen.
    Ganz nebenbei erhält der Leser Informationen über das Moabit von damals und heute. Erinnerungen an längst vergessene Gebäude und Vergnügungsstätten dieses Stadtteils werden wach. Und immer steht der typische Berliner Humor mit seinen Sprüchen und Redensarten im Vordergrund. Lassen Sie sich gut unterhalten und lachen Sie mit, wenn auch mitunter die berühmte „Träne im Knopfloch“ dabei ist.

    Print:   12,90 €   
    E-Book:  9,99 €  

    Leseprobe

    „Hallo, Friedel“, begrüßte sie Marina herzlich. „Einmal Waschen und Hinlegen oder doch lieber Waschen und Stöhnen?“
    Mit „Hinlegen“ war das Aufdrehen mit Lockenwicklern gemeint, und mit „Stöhnen“ das Föhnen, aber das bedurfte längst keiner Erklärung mehr, denn es war ein Running-Gag zwischen ihnen, den Friedel erfunden hatte.
    „Von wejen Hinlejen, dir helf ick jleich. Ick will ja nich’ wie meine eijene Großmutter aussehen“, grinste Friedel. „Hoffentlich is’ der Kaffe schon fertich.“
    „Klar, wat denkst du denn? Komm rin, denn kannste rauskieken.“
    Als Friedel ihre Jacke ablegte, kam die nächste: Sylvia, mehr oder minder glücklich verheiratet und halbtags als Verkäuferin tätig. Auch ihr sah man ihr fortgeschrittenes Alter nicht an. Sie war zwar Ende Vierzig, wurde aber meist um zehn Jahre jünger geschätzt.
    „Na, ihr beeden? Habter mir noch `ne Pfütze Kaffe übrich jelassen?“, fragte sie munter, nachdem sie beide Frauen umarmt hatte.
    Keine von beiden konnte antworten, denn in diesem Moment betrat auch Linda, die mit ihren einundvierzig Jahren die Jüngste war, das Geschäft.
    „Entschuldigt, Kinder, aber ihr wisst doch, ich habe vorher immer meine Kosmetik…“
    „Heute biste aber nich’ dranjekommen, wa?“, neckte Friedel sie, wofür sie einen kräftigen Knuff in die Seite zurückbekam.
    „Aua, det is’ respektlos, `ne olle Frau zu hau’n“, tat Friedel übertrieben wehleidig.
    „Kommt, ihr Lieben, lasst uns gleich `ne Lagebesprechung machen. Damit ick weeß, mit wem ick anfange“, sagte Marina. „Also, Friedel wird nur geföhnt, das mach’ ick zwischendurch. Und wat habt ihr uff’m Herzen?“
    „So manchet, aber det wirste uns nich’ abnehm’ können“, sprach Sylvia für alle.
    „Ach haben wir wieder Stress mit dem Holden?“, fragte Linda, die nicht in Berlin geboren war und deshalb nur selten in Dialekt verfiel.
    „Stress? Uff’n Mond könnt’ ick’n schießen, aba der würde jlatt wiederkommen, wie ick’n kenne.“
    „Könn wa uns den Kummakasten für später uffheben?“, mischte sich Friedel ein. „Marina will planen. Also, bei mir is’ nich’ nur Föhnen. Meine Strähnen müssen uff-jefrischt wer’n, die sind schon mehr Miss Piggy wie pink.“

    Autorenvita

    Als typisches Kind der fünfziger Jahre galt Dietrich Novaks Interesse schon immer dem Film, den schönen Künsten und seiner Heimatstadt Berlin. In reiferen Jahren erhielt er die Möglichkeit, sich einen Traum zu erfüllen und selbst als Schauspieler auf der Bühne zu stehen. Schon bald schrieb er eigene Theaterstücke, die allesamt zur Aufführung kamen. Nebenher verfasste er Romane und Drehbücher, in denen er seiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Heute konzentriert er sich hauptsächlich auf das Schreiben. Er beschäftigt sich auch gerne mit der jüngsten Vergangenheit und hält mitunter einen nostalgischen Rückblick auch auf das eigene Leben. Seine Liebe gilt den fünfziger Jahren mit ihrem Wirtschaftswunder. Als Maler kann er auf diverse erfolgreiche Einzel- und Gruppenausstellungen zurückblicken.

    1. Auflage
    110 Seiten
    Schwarzweiß-Illustrationen
    Softcover, Klebebindung
    Illustrationen: Rudolf Schuppler
    Print:
    ISBN 978-3-943018-32-5
    € 12,90 (D) / € 13,90 (A) / sFr 19,90
    E-Book (EPUB):
    ISBN 978-3-943018-33-2

  • Kariert jequatscht & abgelacht

    Kariert jequatscht & abgelacht

    Kariert jequatscht & abgelacht

    Dietrich Novak / Rudolf Schuppler
    Kariert jequatscht & abjelacht

    In der deutschen Hauptstadt, wo sich alles immer etwas ruppiger anhört, als es gemeint ist, kann man sich über die Schlagfertigkeit und den Erfindungsreichtum der berühmten „Berliner Schnauze“ köstlich amüsieren. Nur eine gute Beobachtungsgabe und das Talent, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, ermöglichen Begriffe wie „Langer Lulatsch“, „Forzkruke“ oder „Sparjeltarzan“. Was nicht passend ist, wird passend gemacht. Und wer anders darüber denkt, hat eben „`ne saure Murmel“, „`nen Ding an der Bommel“ oder einfach „keene Ahnung“. Der Berliner ist eben „nich’ uff de Schnauze jefallen“. Und man muss wohl „mit Spreewasser jetauft sein“ oder zumindest die „Berliner Luft“ geatmet haben, um dies nicht übel zu nehmen, sondern sich im Ernstfall „halb tot zu lachen“. Humorvolle Dialoge und pfiffige Comics ergänzen die umfangreiche Stichwortliste und machen dieses Buch zur sprachlichen Entdeckungsreise durch Berlin.
    Print:  13,90 €  
    E-Book:  9,99 €

     

    Autorenvita

    Als typisches Kind der fünfziger Jahre galt Dietrich Novaks Interesse schon immer dem Film, den schönen Künsten und seiner Heimatstadt Berlin. In reiferen Jahren erhielt er die Möglichkeit, sich einen Traum zu erfüllen und selbst als Schauspieler auf der Bühne zu stehen. Heute konzentriert sich Dietrich Novak hauptsächlich auf das Schreiben. Als Maler kann er auf diverse erfolgreiche Einzel- und Gruppenausstellungen zurückblicken.

    Rudolf Schuppler ist neben seiner Tätigkeit als Kinderbuchillustrator auch als Zeichner und Cartoonist für verschiedene Steuer- und Wirtschaftszeitschriften im In- und Ausland tätig. Wohnhaft ist der Vater zweier Töchter in Mistelbach in Österreich.

    1. Auflage
    156 Seiten
    Schwarzweiß-Illustrationen
    Softcover, Klebebindung
    Print:
    ISBN 978-3-943018-18-9
    € 13,90 (D) / € 14,90 (A) / sFr 23,50
    E-Book (PDF):
    ISBN 978-3-943018-19-6

     

  • Der Weg zur optimalen Kühlung des PC’s

    Der Weg zur optimalen Kühlung des PC's

    Der Weg zur optimalen Kühlung des PC’s

    Alexander Herrmann / Michael Nürnberger
    Der Weg zur optimalen Kühlung des PC’s

    Die Kühlung eines Computers stellt für viele Nutzer ein Buch mit sieben Siegeln dar, da die Auswahl an Kühlungen für den PC beinahe unendlich groß und kaum zu überblicken ist. Dieses Buch informiert ausführlich über die auf dem Markt befindlichen Kühllösungen und deren Vor- und Nachteile, wobei selbst ausgefallene und im Praxiseinsatz eher selten vorkommende Kühlungen behandelt werden.
    Das Buch überzeugt durch eine profunde Sachkenntnis, eine objektive, übersichtliche und leicht verständliche Darstellung sowie durch die Einbeziehung aktuellster technischer Entwicklungen und Testberichte. Hier findet selbst der erfahrene PC-Nutzer allerhand Neues und so manchen Trick, wie man seinen Computer noch kühler und gleichzeitig auch angenehm leise bekommen.
    Print:  11,90 €  
    E-Book:  9,99 € 

     

    Inhaltsverzeichnis

    Einleitung
    Warum muss ein Computer gekühlt werden
    Luftkühlung
    Wasserkühlung
    Kompressorkühlung
    Peltierkühlung
    Wärmeleitpaste
    Tipps & Tricks bei zu hohen Themperaturen
    Tipps & Tricks bei störenden Geräuschen
    Begriffsverzeichnis

    Leseprobe

    Der Vorstellung, Wasser im Computer zu haben, stehen viele PC-Nutzer skeptisch und unsicher gegenüber. Doch warum ist die Wasserkühlung bei immer mehr PC-Besitzern beliebt und was ist ihr Vorteil gegenüber anderen Kühllösungen?

    Die Kühlung mit Wasser stellt bereits seit mehr als zehn Jahren eine durchaus nennenswerte Alternative zur Luftkühlung dar, wobei sie mittlerweile viele ihrer noch aus der Entwicklungsphase stammenden Kinderkrankheiten abgelegt hat. Die heutige Wasserkühlung ist bei ordnungsgemäßer Anwendung und durchdachtem Aufbau eine äußerst sichere, langlebige und effektive Methode, um die besonders hitzeintensiven Elemente im Computer zu kühlen.

    Auf den nachfolgenden Seiten befassen wir uns intensiv mit dem Thema Wasserkühlung, wobei wir die Zusammensetzung, den Zusammenbau, die Vor- und Nachteile sowie die Wartung und Pflege dieser Kühllösung näher betrachten werden. Auch werden wir so manchem Irrglauben zum Thema Wasser im PC auf den Zahn fühlen, damit die Wasserkühlung auch für Ihren Computer eine echte Alternative einer optimalen Kühlung darstellen kann.

    Autorenvita

    Alexander Herrmann, geboren 1982 in Magdeburg und wohnhaft in Berlin, begleitet die PC-Technik bereits seit seiner Jugend. Aus seinem Hobby machte er seinen Beruf. Er ist beim bekannten Online-Hardware-Magazin Technic3D.com sowie im technischen Service bei einem der führenden deutschen Onlineshops für PC-Technik tätig. Neben der PC-Technik ist seine zweite große Leidenschaft das Lesen und Schreiben.

    Michael Nürnberger ist in Karlsruhe geboren und kam als Achtjähriger nach Berlin, wo er noch heute mit seiner Familie lebt. Schon im Jugendalter galt seine große Liebe der beginnenden Computerzeit. So fing alles mit dem ersten Atari an und setzte sich mit dem rasanten Wandel der Technik fort. 2004 machte er sein Hobby zum Beruf und gründete das Online-Hardware-Magazin Technic3D. Als Inhaber und Chefredakteur kann er hier seine ganze Erfahrung einbringen und seine Liebe zur Computertechnik ausleben.

    1. Auflage, 188 Seiten
    Schwarzweiß-Abbildungen
    Softcover, Klebebindung
    Illustrationen: Rudolf Schuppler
    Print:
    ISBN 978-3-943018-41-7
    € 11,90 (D) / € 12,90 (A) / sFr 16,90
    E-Book (EPUB)
    ISBN 978-3-943018-57-8